Jens Spahn: Als WDR2-Hörer den Corona-Lockdown kritisieren, haut er auf den Tisch

Jens Spahn im WDR2-Interview zum zweiten Corona-Lockdown. (Archivbild).
Jens Spahn im WDR2-Interview zum zweiten Corona-Lockdown. (Archivbild).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befindet sich derzeit in Corona-Quarantäne. Das hindert ihn aber nicht daran, von daheim ein Radiointerview mit WDR 2 zu führen.

Am Donnerstagmorgen nimmt Jens Spahn (CDU) Stellung zu kritischen Fragen der WDR-Hörer.

Jens Spahn live im WDR2-Radio: „Ich will einfach nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind“

Zunächst will Moderator Jan Malte Andresen wissen, wie es Spahn gesundheitlich geht. „Vergleichsweise gut“, antwortet der Minister. Er habe leichte Erkältungssymptome. Doch die Infektion mache schon demütig, so Spahn.

Dann geht um den am Mittwoch beschlossenen zweiten Corona-Lockdown in Deutschland. Spahn spricht von einem „November der Entschleunigung" und einer „nationalen Kraftanstrengung“.

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Spahn haut im WDR-Interview auf den Tisch: „Schauen sie einfach mal in alle Nachbarländer Deutschlands“

Einige Hörer, deren Kommentare und Fragen eingespielt werden, werfen der Politik einen übertriebenen Aktionismus vor. Da entgegnet Spahn entschlossen: „Ich will einfach nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", wenn sie voll seien, dann sei es zu spät. „Schauen sie einfach mal in alle Nachbarländer Deutschlands“, argumentiert er energisch mit Verweis auf Belgien, Frankreich und andere Länder. Dort sei „der richtige Moment“ verpasst worden, um das Infektionsgeschehen noch unter Kontrolle zu halten. Deutschland dagegen habe eine gute Chance, ihn noch erwischt zu haben.

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Einige Hörer stellen Alltagsfragen, etwa ob sich eine Skatrunde bestehend aus drei Männern im November noch treffen darf. Erlaubt sind nur Kontakte aus zwei Haushalten. Spahn zeigt Alternativen auf, etwa einen „digitalen Stammtisch“ abzuhalten. Die Situation sei nun „eine Zumutung“, aber wenn das alle jetzt vier Wochen beherzigen, dann würde es einen Unterschied machen.

Corona-Lockdown, aber Ansteckungsrisiko in Bus und Bahn?

Ein anderer Hörer kritisiert, dass im öffentlichen Nahverkehr oft kein Abstand möglich sei und hinterfragt den Sinn der Maßnahmen, wenn in Bus und Bahn Menschen eng beieinander stehen. Spahn argumentiert, dass möglichst viele Kontakte reduziert werden sollten, aber der Weg zur Arbeit eben für viele nötig ist. Im Nahverkehr sei wichtig, dass man Masken trage und die Warnapp nutze, gerade weil man die Nebenleute oft nicht kenne. Der Minister sieht einen Unterschied zu Restaurantbesuchen: In öffentlichen Verkehrsmitteln spreche man selten mit dem Nebenmann, es finde kaum ein Austausch an Aerosolen statt, viele würden nur auf das eigene Handy schauen. Das sei eine ganz andere Situation als etwa in einem geschlossenen Raum wie einem Restaurant, in dem man mehrere Stunden sitzt.

 
 

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