heute-journal (ZDF): Jens Spahn versteht die Welt nicht mehr: „Da fragste dich schon...“

Offen und emotional: Gesundheitsminister Jens Spahn im Interview im heute-journal.
Offen und emotional: Gesundheitsminister Jens Spahn im Interview im heute-journal.
Foto: Screenshot ZDF

Im Interview mit Marietta Slomka hat Gesundheitsminister Jens Spahn im heute-journal (ZDF) über die derzeitigen Proteste von Corona-Kritikern gesprochen. Dabei wirkt der Gesundheitsminister resigniert.

CDU-Politiker Spahn kann kann nur noch wenig Verständnis für die aggressiven Proteste aufbringen. In NRW wurde er zuletzt bespuckt und angepöbelt.

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Jens Spahn im heute-journal (ZDF): „Wo purer Hass ist"

Zwar betont Jens Spahn, dass die Gesamtstimmung in der Bevölkerung eine andere sei, die Mehrheit nämlich den Corona-Kurs der Bundesregierung unterstütze. Doch die Proteste der vergangenen Tage scheinen nicht spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Wo „purer Hass“ sei, wäre keine Diskussion mehr möglich. „Die hat keine Grundlage, weil man einander nicht zuhört.“

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Aggressive Proteste gegen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Corona-Krise

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Könne man überhaupt noch mit Menschen eine Debatte führen, „die glauben, Bill Gates will uns Chips ins Gehirn pflanzen und deshalb sei die Pandemie erfunden worden", will Moderatorin Marietta Slomka wissen. „Tja...", erwidert Spahn zunächst ratlos. Er habe mit unterschiedlichen Menschen, wie etwa einer Pflegekraft oder einem Reisebüro-Unternehmer über die Krise gesprochen. Es sei normal, dass diese Betroffenen die Corona-Krise jeweils anders sehen, doch man müsse einander zuhören und verstehen können. Einige aber seien „tatsächlich in der eigenen Glaubenswelt, so muss man es nennen."

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Jens Spahn wirkt im ZDF-Interview mit Marietta Slomka resigniert: „Was mich echt beschäftigt...“

Dabei könne er gut verstehen, dass Bürger müde seien von der Corona-Politik. Oder auch, dass Frust da sei. Doch dann wird Spahn angesichts der heftigen Proteste emotional: „Welcher Frust rechtfertig diesen Hass? Ich frage mich manchmal, in welchem anderen Land als in Deutschland wollen die, die da schreien, rufen, hassen, eigentlich lieber leben?“

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Das ist Gesundheitsminister Jens Spahn:

  • Der CDU-Politiker zog bereits mit 22 Jahren in den Bundestag. Mittlerweile ist der 40-Jährige seit 2018 Bundesminister für Gesundheit.
  • Vor seiner steilen politischen Karriere beendete Spahn eine Berufsausbildung zum Bankkaufmann.
  • Neben seinem Studium erwarb er an der Fernuni Hagen einen Bachelor- und Master-Abschluss in Politikwissenschaft.
  • Privat ist Spahn seit 2017 mit Daniel Funke verheiratet. Die Trauung fand auf Schloss Borbeck in Essen statt.

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Und dann wird Spahn sogar noch persönlicher! Der in einer homosexuellen Ehe lebende CDU-Politiker sagt zum Abschluss des Interviews mit Marietta Slomka: „Was mich echt beschäftigt, ist, dass die Regenbogen-Flagge, die Flagge eigentlich von Freiheit, Gleichberechtigung und Emanzipation, der Schwulenbewegung, auf einmal auf derselben Demo ist wie die Reichsflagge und die Nazi-Symbole. Und da fragste dich schon: Was ist eigentlich los?“ Das sei eine Entwicklung, die ihm Sorgen mache.

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