Jens Spahn: Nach Peinlich-Auftritt – jetzt bittet er um Verzeihung

Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag.
Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag.
Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Was war denn das? Mit einem Peinlich-Auftritt tat sich Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag wahrlich keinen Gefallen.

Sein umstrittenes Verhalten hatte wohl kurz darauf eine bittere Konsequenz. Bei der Wahl zum CDU-Stellvertreter holte Jens Spahn das schlechteste Ergebnis aller Bewerber.

Jens Spahn gehört neben Merz zu den Verlierern des CDU-Parteitags

Das Team Laschet-Spahn hat sich auf dem CDU-Parteitag durchgesetzt. Der NRW-Ministerpräsident Laschet wurde zum Vorsitzenden gewählt, Spahn als einer seiner Stellvertreter im CDU-Präsidium. Doch während Laschet der große Sieger des CDU-Parteitages wurde, gehörte Jens Spahn neben Friedrich Merz zu den Verlierern.

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Mehr über Jens Spahn:

  • Spahn ist seit 2018 Gesundheitsminister in der Bundesregierung von Angela Merkel.
  • Bereits seit 2002 sitzt er im Bundestag. Mit nur 22 Jahren gelang ihm erstmals der Einzug ins Parlament.
  • Der Münsterländer machte zuvor eine Ausbildung zum Bankkaufmann.
  • Er heiratete 2017 auf Schloss Borbeck in Essen seinen Ehemann Daniel Funke.

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Das lag nicht nur an seinem üblen Wahlergebnis. Mit nur 598 Stimmen der 1001 Delegierten wurde er zum Stellvertreter gewählt. Die anderen vier Bewerber holten deutlich mehr Stimmen, seine Ministerkollegin Julia Klöckner beispielsweise 787 Stimmen, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier gar 806.

Ein herber Dämpfer für den Gesundheitsminister, der damit erklärt wird, dass es eine Quittung aus dem Merz-Lager war, aber möglicherweise auch mit einer fragwürdigen Aktion vor der Vorsitzenden-Wahl auf dem Parteitag in Zusammenhang steht.

Empörung auf CDU-Parteitag: „Jens Spahn als Telefonjoker“

Die digitale Aussprache nach den Bewerbungsreden von Laschet, Merz und Röttgen sollten die Delegierten eigentlich dafür nutzen, den Kandidaten letzte Fragen zu stellen, um ihre Wahlentscheidung zu treffen. Da wurde plötzlich Spahn von der Parteitagsregie eingeblendet, stellte aber überhaupt keine Frage, sondern nutzte die Gelegenheit ziemlich dreist für eine letzte Wahlwerbung für seinen Partner Laschet. Aus Sicht von Spiegel-Autor Markus Feldenkirchen ein „Formatmissbrauch“ . FDP-Mann spottete: „Jens Spahn als Telefonjoker!“

Bild-Parlamentsreporter Ralf Schuler wusste zu berichten, dass die Wortmeldung von Spahn innerparteilich für „Wirbel“ gesorgt habe. In den Chatgruppen sei von „Trickserei die Rede“. Auch ein anderer Experte, Ulrich Deppendorf, der ehemalige Leiter des ARD-Hauptstadtbüros, vermutete über Twitter: „Spahn hat durch die Laschet-Werberede viel Vertrauen und Sympathie verloren.“ In anderen Twitter-Kommentaren wird Spahn ein „böses Foul“ und unfaires Verhalten vorgeworfen.

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Mehr zum CDU-Parteitag:

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Armin Laschet verteidigt Jens Spahn: War kein Foul

Neu-Vorsitzender Armin Laschet, der Spahn in seiner Dankesrede gar nicht erwähnte, später jedoch immerhin in seinem Schlusswort zum Parteitag, nahm den Gesundheitsminister jedoch am Abend in Schutz. In der ARD-Sendung „Farbe bekennen", erklärte Laschet: „Nein, ein Foul war das nicht. Der Punkt heißt ja eigentlich Aussprache. Da kann sich jedes Mitglied melden, kann auch sagen, für wen es ist.“ Er habe schon vorher gewusst, dass sich Spahn melden werde als Teampartner. „Ich fand das in Ordnung“, verteidigte Laschet den Bundesminister.

Auf Nachfrage von ARD-Journalist Rainald Becker, ob sich Spahn damit nicht doch beschädigt habe, entgegnete Laschet: „Ich weiß es nicht. Natürlich werden die Freunde von Norbert Röttgen und Friedrich Merz das nicht ganz so toll gefunden haben.“ Aber er sei nun Stellvertreter und das werde seiner Rolle für die CDU gerecht. Man werde weiter ein Team bleiben.

Hier können Sie das ganze ARD-Interview mit Armin Laschet sehen.

Jens Spahn bittet nach Auftritt auf CDU-Parteitag um Verzeihung

Einen Tag nach seinem Auftritt auf dem CDU-Parteitag bittet der Minister nun um Verzeihung. Über Twitter erklärte er, dass er „als Teampartner“ noch einmal für Laschet werben wollte. „Das sorgte und sorgt bei manchen für Irritationen“, räumte er am Sonntagvormittag ein. „Ich sehe im Nachhinein: Es war nicht das passende Format. Das bedauere ich.“