Jeder zweite Deutsche rechnet mit neuer Flüchtlingskrise

Aus Seenot gerettete Menschen auf dem Mittelmeer.
Aus Seenot gerettete Menschen auf dem Mittelmeer.
Foto: Lena Klimkeit / dpa
  • Zuletzt warnte Kanzlerkandidat Martin Schulz vor einer neuen Flüchtlingskrise
  • Ein Großteil der Deutschen hält dieses Szenario für möglich
  • Trotzdem hat Schulz ein Glaubwürdigkeitsproblem

Köln.  SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat mit seiner Warnung vor einer erneuten Zuspitzung der Flüchtlingskrise in Europa einer Befragung zufolge den Nerv der Deutschen getroffen. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov schätzt knapp die Hälfte der Befragten, dass sich der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland ähnlich wie 2015 erneut krisenhaft zuspitzen wird. 83 Prozent seien zudem davon überzeugt, dass die Zahl der in Europa ankommenden Flüchtlinge dieses Jahr weiter steigt.

„Die Deutschen bewerten die Flüchtlingssituation differenziert. Sie finden es notwendig, das Thema zu diskutieren“, erklärte Peter Mannott von YouGov Deutschland. Das sehe jeder zweite Bundesbürger so.

Mehrheit hält Schulz’ Kritik für Wahlkampf

Schulz hatte vor einer dramatischen Lage wegen der vielen nach Italien kommenden Mittelmeer-Flüchtlinge gewarnt. Am Donnerstag war er dorthin gereist, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei warb er für eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Europa.

Laut der Umfrage erachtet aber knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) die Kritik des SPD-Spitzenkandidaten für nicht oder wenig glaubwürdig. Jeder zweite Befragte halte sie sogar für populistisch. 70 Prozent hätten sie als Wahlkampftaktik eingeordnet.

YouGov befragte 1083 repräsentativ ausgesuchte Personen in Deutschland ab 18 Jahren. (dpa)

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