Jeder dritte Problemfan kommt aus NRW

Der Aufwand der Polizei bei den Spielen ist enorm.
Der Aufwand der Polizei bei den Spielen ist enorm.
Foto: Knut Vahlensieck
Mehr als jeder dritte gewaltbereite Fußballfan bei Spielen der ersten und zweiten Bundesliga kommt aus NRW. Die Polizei geht von über 3400 „Problemfans“ im Umfeld der zehn NRW-Klubs aus. Die Gewalt beim Bundesliga-Fußball bleibe „auf hohem Niveau“, so NRW-Innenminister Ralf Jäger.

Düsseldorf.. Mehr als jeder dritte gewaltbereite Fußballfan bei Spielen der ersten und zweiten Bundesliga kommt aus NRW. Die Polizei geht von über 3400 „Problemfans“ im Umfeld der zehn NRW-Klubs aus. Bundesweit sind es fast 10.000. Doch während die Zahl der verletzten Zuschauer in der Saison 2010/11 mit 846 insgesamt einen Höchststand erreichte, ging sie in NRW zurück. Hier wurden bei Bundesliga- und Regionalliga-Spielen 305 Fans verletzt – ein Rückgang um 30 Prozent.

Mit 974 Straftaten (-20 Prozent) und 1400 Festnahmen (-40 Prozent) fällt die Bilanz in NRW besser aus als im Bund. Dennoch bleibe auch in den Stadien an Rhein und Ruhr die Gewalt beim Bundesliga-Fußball „auf hohem Niveau“, so NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Hunderttausende in den Stadien erleben aber auch eine steigende Gewaltbereitschaft Einzelner“, warnte der Minister im Gespräch mit der WAZ.

Wendt fordert Spiele-Verlegung

Der Aufwand der Polizei bei den Spielen ist enorm. Bundesweit 1,5 Millionen Personalstunden wurden vergangene Saison in den ersten beiden Ligen geleistet, davon 385.000 in NRW. Für die Polizeigewerkschaft forderte Vorsitzender Rainer Wendt gegenüber der WAZ erneut, die „Hochrisikospiele“ Köln-Mönchengladbach und Dortmund-Schalke am letzten November-Wochenende zu verlegen. Grund: Zum Schutz des Castortransports nach Gorleben seien gleichzeitig viele Polizisten aus NRW im Einsatz.

Jäger warnte davor, den positiven NRW-Trend überzubewerten. Nach dem Abstieg des VfL Bochum in die zweite Liga habe es etwa weniger Revier-Derbys gegeben. Vor allem sogenannte Ultra-Fangruppen sieht er „am Scheideweg“. Er forderte sie auf, sich „aktiv“ von Gewalttätern in ih­ren Reihen zu trennen. Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei in Neuss gibt es keinen Beleg für die These, dass sich das Gewaltproblem beim Fußball in die unteren Spielklassen verlagert hat.

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