Jean Pütz: Nach Angriff durch AfD-Anhänger: „Ich werde den Mund nie halten“

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Mit diesen extremen Reaktionen hatte Jean Pütz wohl nicht gerechnet.

Vor einigen Wochen hatte der bekannte TV-Wissenschaftsjournalist die AfD öffentlich kritisiert. Anlass war die Landtagswahl in Thüringen. In einem Video, das er via Facebook veröffentlicht hatte, sagte Pütz: „Ich bin gegen politische Extreme. Zum Beispiel gegen die linksorientierten Parteien. Aber diesmal möchte ich mich mehr den Rechten widmen. Also der AfD.“

Jean Pütz kritisiert AfD und Björn Höcke

Er habe deren Wähler immer in Schutz genommen. Aber dass die Wähler ihre Stimmen der AfD unter Björn Höcke gebe, verstehe er nicht. „Der Mann darf Faschist genannt werden. Zurecht, er hat auch dieses Gedankengut. Ich begreife es nicht, wieso es so viele Wähler zu dieser Partei hinziehen konnte.“

Das nahmen ihm viele AfD-Anhänger übel, es folgte ein Shitstorm – offenbar nicht nur in der Facebook-Kommentarspalte. In einem zweiten Video äußerte sich Jean Pütz dazu.

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„Ich habe so viele Zuschriften bekommen, ich kann die gar nicht alle beantworten, entschuldigense“, sagt er mit seinem typisch rheinischen Zungenschlag.

Jean Pütz: „Es scheint eine Order von der AfD zu geben“

„Ich wollte ja nicht die AfD-Wähler angreifen, sondern bestimmte Tendenzen innerhalb der AfD. Deswegen wundere ich mich. Es scheint offenbar so eine Order zu geben von der AfD, sofort darauf zu reagieren, sobald irgendjemand auch nur gewisse Zweifel anmeldet“, so Jean Pütz.

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Jean Pütz

  • 1936 in Köln geboren
  • Studium u.a. der Mathematik, Physik und Soziologie
  • 1970 bis 2001: Redakteur beim WDR
  • Berühmt wurde Jean Pütz durch die Sendung „Hobbythek“

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Dazu schreibt er: „Die Wehleidigkeit scheint mittlerweile so überhand zu nehmen, dass sie glauben, sie müssten auch nur dem kleinsten Widerspruch, teilweise in langen schriftlichen Erörterungen, widersprechen.“

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Dann kommt er zum eigentlichen Thema: „Es wird ja immer wieder gesagt, in Deutschland würde die Meinungsfreiheit beeinträchtigt. Daran habe ich doch meine Zweifel. Dass sie ihre Meinung überhaupt so äußern können, die Menschen, die mir geschrieben haben, das ist ja nun ein Zeichen für Meinungsfreiheit.“

Jean Pütz: „Ich werde den Mund nie halten“

Allerdings habe die Meinungsfreiheit auch ihre Grenzen, sagt Pütz und verweist auf ein Interview, das der Publizist Navid Kermani dem Deutschlandfunk gegeben hatte. Kermani sagt darin: „Freiheit ist nicht, immer alles sagen zu dürfen. Zur Freiheit gehört auch, dass man für sein Wort zur Verantwortung gezogen werden kann.“

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Das wird wohl nicht das letzte Video zum Thema gewesen sein. Jean Pütz am Ende des Clips: „Bis zum nächsten Mal: Ich werde den Mund nie halten. Ich bin glücklich, weil wir die Meinungsfreiheit haben. Und unsere Demokratie, die wollen wir uns nicht kaputt machen lassen.“ (pen)

 
 

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