Jahn: Wartezeiten in der Stasi-Unterlagen-Behörde nehmen zu

Die Wartezeiten bei der Akteneinsicht der Stasi-Unterlagen-Behörde werden immer länger. Lag die Bearbeitungsdauer Ende des vorigen Jahrzehnts bei durchschnittlich zwei Jahren, ist sie neuerdings auf bis zu drei Jahre angeschwollen, wie der Behördenleiter Roland Jahn der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) sagte.

Berlin (dapd). Die Wartezeiten bei der Akteneinsicht der Stasi-Unterlagen-Behörde werden immer länger. Lag die Bearbeitungsdauer Ende des vorigen Jahrzehnts bei durchschnittlich zwei Jahren, ist sie neuerdings auf bis zu drei Jahre angeschwollen, wie der Behördenleiter Roland Jahn der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) sagte. Grund sei die zuletzt zunehmende Zahl der Anträge bei gleichzeitig fortschreitendem Personalabbau. "Wenn die Politik nichts tut, werden die Wartezeiten weiter steigen", sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen weiter.

Allerdings wolle er aus der Situation keine Forderungen ableiten, versicherte Jahn. Der Behörde stünden 100 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Von so viel Geld für die Aufarbeitung von Vergangenheit könnten andere Länder nur träumen.

Die Zahl den Anträge auf Akteneinsicht ist nach Angaben der Behörde von rund 80.000 im Jahr 2011 auf mehr als 88.000 im Jahr 2012 gestiegen. Zugleich schwinde die Zahl der Sachbearbeiter derzeit um etwa 30 pro Jahr. Waren 2010 noch 604 Frauen und Männer im Bereich Auskunft beschäftigt, seien es jetzt 474. Insgesamt beschäftige die Behörde 1.586 Mitarbeiter.

dapd

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