Jäger dürfen weiter Hunde erschießen, Katzen nicht mehr

Zur Strecke gebracht wurde im Entwurf für das neue NRW-Jagdgesetz die anfangs geplante Einführung einer Jagdsteuer.
Zur Strecke gebracht wurde im Entwurf für das neue NRW-Jagdgesetz die anfangs geplante Einführung einer Jagdsteuer.
Foto: dpa
Rot-Grün hat das Jagdgesetz nachgebessert: Trotzdem bleibt's bei der Verringerung des jagdbaren Wildes und bei bleifreier Munition.

Düsseldorf.. Trotz massiver Proteste der Jäger haben sich SPD und Grüne auf letzte Details für ein neues, ökologisches Jagdgesetz geeinigt. So wird die Zahl der jagdbaren Tierarten in NRW von 100 auf 29 reduziert. Zu den Neuerungen zählt auch das Verbot von Totschlagfallen. Und: Künftig dürfen Jäger nur noch mit bleifreier Munition schießen.

Das Jagdgesetz soll am Mittwoch im Landtag verabschiedet werden und am 1.Juli in Kraft treten. Weitere Details:

  • Die Baujagd wird verboten. Ausnahmen gibt es für einzelne Regionen im Fall von Tollwut etwa bei Füchsen, wenn Deiche durch Nutrias gefährdet sind oder aus Sicherheitsgründen an Flughäfen.
  • Der Abschuss wildernder Hunde im Wald bleibt erlaubt, der Abschuss von Katzen wird verboten. Nur bei Seuchen können Katzen zeitlich und regional begrenzt geschossen werden.
  • Jäger müssen einen Schießnachweis erbringen.
  • Die Jagdhundeausbildung an der flugunfähigen Ente bleibt verboten.
  • In Notzeiten wird die Fütterung von Wildschweinen nun doch ermöglicht.
  • Waldschnepfe und Rebhuhn werden mit einer ganzjährigen Schonfrist versehen. Der Höckerschwan wird in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen. Der Bestand an Sika-Wild im Arnsberger Wald kann bis 2020 reduziert werden. Nach der Bestandsanpassung wird ein Verbreitungsgebiet für die Art festgelegt, damit es auch künftig noch Sika-Wild gibt.

Der Jagdverband sprach von „ideologischen Vorgaben“ durch das Land und drohte mit einer Klage, weil Eigentumsrechte von Grundeigentümern eingeschränkt würden.

„Wieder vom Baum kommen“

SPD-Umweltexperte Norbert Meesters forderte die 87.000 Jäger in NRW aber auf, „wieder vom Baum zu kommen“. Niemand wolle die Jagd abschaffen. Grünen-Experte Norwich Rüße betonte, dass sich der Blick der Gesellschaft auf die Jagd verändert habe. Deshalb werde ein ökologisches Jagdrecht gebraucht.

CDU und FDP forderten die Koalition auf, das Gesetz zurückzuziehen. Unions-Experte Rainer Deppe: „Für dieses Klein-Klein sind die 15.000 Jäger, Fischer, Land- und Forstleute sicher nicht auf die Straße gegangen.“

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