Warum sich Kanzlerin Merkel als Angela Dorothea Kasner vorstellte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte im NSA-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag in Berlin aus.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte im NSA-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag in Berlin aus.
Foto: Kay Nietfeld / dpa
  • Kanzlerin Angela Merkel gibt als Zeugin einen falschen Namen an
  • Die Verwechslung hat mit ihrem zweiten Vornamen zu tun
  • Sie bleibt dabei, lange nichts von Geheimdienstaktitivitäten gewusst zu haben

Berlin.  Vor dem NSA-Untersuchungsausschuss in Berlin sollte am Donnerstag die Bundeskanzlerin aussagen. Doch die Frau, die als Zeugin Platz nahm, stellte sich als „Angela Dorothea Kasner, 62 Jahre alt“, vor.

Wollte die Kanzlerin etwa nicht aussagen und schickte ein Double, das nicht mal den Namen Merkel aufsagen konnte? Oder war es die echte Kanzlerin, die nun einen Künstlernamen trägt? Tatsächlich klärte die Regierungschefin später auf: ihr Mädchenname Kasner sei ihr rausgerutscht, weil sie ihren vollen Vornamen – Angela Dorothea – vor vielen Jahren das letzte Mal nennen musste. „Immer wenn ich Dorothea sage, denke ich an meinen Mädchennamen“, so die Kanzlerin.

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Stundenlange Befragung zu Geheimdiensten

Nachdem die Formalitäten um Merkels Namen geklärt waren, folgte eine stundenlange Befragung durch die Bundestagsmitglieder. Es ging um den Whistleblower Edward Snowden, es ging um das nie zustande gekommene „No-Spy-Abkommen“ mit den USA. Und immer wieder ging es um ihren berühmten Satz „Ausspähen unter Freunden – das geht gar nicht“. Merkel sagte ihn 2013, nachdem bekannt geworden war, dass der US-Geheimdienst NSA wahrscheinlich ihr Handy abgehört hat.

Bis auf den Namensdreher gab es aber nichts überraschendes. Die Kanzlerin betonte, erst im März 2015 erfahren zu haben, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) der NSA bei der Überwachung von Politikern geholfen habe.

Merkel: „Es ist nicht meine Art, im Karree zu springen.“

Aber kann das wirklich sein? Nichts gewusst über die BND-Praktiken? Und wenn nicht, warum eigentlich, als Kanzlerin? „Sind Sie nicht im Karree gesprungen?“, fragt der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele. Merkel kontert kühl: „Es ist nicht meine Art, im Karree zu springen.“ Aber dass auch auf ihren Wunsch die hochproblematischen Spionagepraktiken abgestellt wurden, sei richtig gewesen. (ac/dpa)

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