Islamische Regierung in Somalia verbietet Weihnachtsfest

Christen sind in Somalia eine Minderheit, 99 Prozent der Somalier sind Muslime. Die katholische Mogadishu Cathedral in Somalias Hauptstadt Mogadischu wurde während des Bürgerkriegs 1989 zerstört.
Christen sind in Somalia eine Minderheit, 99 Prozent der Somalier sind Muslime. Die katholische Mogadishu Cathedral in Somalias Hauptstadt Mogadischu wurde während des Bürgerkriegs 1989 zerstört.
Foto: REUTERS
Sicherheitskräfte in Somalia sollen Weihnachtsfeiern unterbinden. Die Regierung verbietet das Weihnachtsfest, weil es unislamisch sei.

Mogadischu. Im muslimischen Somalia darf das Weihnachtsfest nicht mehr gefeiert werden. Die Regierung habe dies verboten und die Sicherheitskräfte angewiesen, Weihnachtsfeiern im ganzen Land zu unterbinden, sagte der Minister für religiöse Angelegenheiten, Sheikh Mohamed Kheyroow, am Mittwoch dem Staatssender Radio Mogadishu. Ausländern sei es aber unbenommen, zu Hause Weihnachten zu begehen.

Einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge hatte das Religionsministerium öffentliche Feiern zum Weihnachtsfest verboten, weil diese als nicht-islamisch betrachtet werden.

Null Toleranz für christliche Feiertage

„Wir sind ein muslimisches Land und es gibt null Toleranz für solche unislamischen Feiern in unserem Land“, sagte der Minister. Es verletze die Religion, da Somalia zu hundert Prozent ein muslimisches Land sei.

In dem ostafrikanischen Land bekennt sich der überwiegende Teil der Bevölkerung zum sunnitischen Islam. Mehr als 99 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Somalia hatte 2009 die islamischen Gesetze der Scharia eingeführt. Seit mehr als 20 Jahren herrscht dort Krieg. Die Islamistenmiliz Al-Shabaab verbreitet seit Jahren Angst und Schrecken. Die Extremisten wollen einen sogenannten Gottesstaat errichten. (dpa/epd)