IS soll mit Waffen aus Rumänien und Bulgarien gekämpft haben

IS-Kämpfer in einem Propaganda-Video (Archivbild).
IS-Kämpfer in einem Propaganda-Video (Archivbild).
Foto: Handout / imago/ZUMA Press
Waffen geraten nicht selten in falsche Hände. Eine Untersuchung in Syrien und dem Irak zeigt, wie der IS mit Waffen aus der EU kämpft.

Berlin.  Waffenlieferungen sollen stets nur bestimmte Akteure in einem Konflikt oder Krieg erreichen. Die Gegner von Rüstungsexporten kritisieren, dass dies in Kriegsgebieten nahezu unmöglich sei.

Eine groß angelegte Studie britischer Waffenkontrolleure belegt nun: Die Terrormiliz Islamischer Staat kämpft unter anderem mit Waffen aus EU-Ländern – so wie auch Dutzende anderer Milizen. Das geht aus einer dreijährigen Untersuchung der Organisation Conflict Armament Research (CAR) hervor, über die zuerst NDR, WDR und die „Washington Post“ berichtet hatten.

Die Kontrolleure der CAR hatten im Irak und Syrien mehr als 40.000 Waffen und Munitionsbestandteile auf ihre Herkunft untersucht. Demnach stammt ein Großteil der Waffen, die im Bürgerkrieg in Syrien und im Irak eingesetzt werden, aus Bulgarien und Rumänien.

USA und Saudi-Arabien gaben EU-Waffen nach Syrien weiter

Länder wie die USA und Saudi-Arabien hätten teilweise unter Missachtung von EU-Recht Waffen in Milliardenhöhe in Osteuropa gekauft und an syrische Milizen wie die Freie Syrische Armee weitergegeben, schreiben die Kontrolleure. Die Waffen hätten den Besitzer jedoch nicht wechseln und bei Amerikanern und Saudis bleiben sollen.

Der Islamische Staat geriet durch Raub oder Kauf an die Waffen „Made in Europe“, um sie dann wiederum gegen Verbündete der USA, etwa irakische Sicherheitskräfte, einzusetzen.

Hersteller wissen von der Nutzung ihrer Waffen durch den IS

„Unsere Untersuchung zeigt die dynamischen Prozesse in Bürgerkriegssituationen wie in Syrien und wie vor allem Kleinwaffen über Nacht die Seiten wechseln“, sagte Damian Spleeters von der CAR dem WDR und NDR. Der Belgier leitete die Untersuchungen im Irak und Syrien.

Die Hersteller aus Bulgarien und Rumänien wissen demnach bereits seit 2014, dass ihre Waffen unter anderem beim IS landen. Geändert habe sich jedoch nichts, schreiben die Waffenkontrolleure. Auf Anfrage von WDR und NDR reagierten weder die USA und Saudi-Arabien, noch Rumänien oder Bulgarien. (aba)

 
 

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