IS: Terror-Chef meldet sich nach 5 Jahren zurück – und nennt diese Anschlagsziele

Die bislang einzige Videobotschaft von IS-Chef Abubakr al-Bagdadi
Die bislang einzige Videobotschaft von IS-Chef Abubakr al-Bagdadi
Foto: dpa

Er gehört zu den meist gesuchten Terroristen der Welt und wurde bereits mehrfach für tot erklärt. Doch nun soll sich der Chef des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, erstmals seit sehr langer Zeit öffentlich zurückgemeldet haben.

Eine 18 Minuten lange Videobotschaft ist aufgetaucht, die al-Bagdadi zeigen soll und in der er droht, den Kampf gegen die „Ungläubigen“ fortzusetzen.

Wann und wo das Video aufgenommen wurde, ist unklar. Allerdings erwähnt der gesuchte Terrorist Ereignisse der vergangenen Wochen, die von einer Aktualität zeugen könnten.

Die Terrorangriffe von Sri Lanka, bei denen mehr als 250 Menschen ihr Leben verloren, seien ein Racheakt für die Zerstörung des IS-Kalifats in Syrien und im Irak: „Das ist Teil der Rache, die die Kreuzfahrer erwartet.“

Islamischer Staat: IS-Chef al-Bagdadi meldet sich zurück

Der IS hat sein gesamtes früheres Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak wieder verloren, US-Präsident Trump erklärte den IS sogar für besiegt. Vor wenigen Wochen fiel Baghus, die letzte IS-Hochburg im Osten Syriens.

Die Anschläge in Sri Lanka seien ein Vergeltungsakt dafür und ein Startschuss für einen internationalen „Krieg der Zermürbung“ gewesen. Der IS kooperiere nun wie in Sri Lanka mit lokalen islamistischen Gruppen.

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Möglicherweise sind nach dem Video von al-Bagdadi weitere solche Anschläge zu erwarten: Der IS-Chef spricht über Burkina Faso, Mali und Afghanistan und erzählt von Treueschwüren der Splittergruppen gegenüber dem IS wie in Sri Lanka.

Anhänger des IS verbreiteten das Video am Montagabend über die üblichen Kanäle der Dschihadisten im Internet. In dem Teil über Sri Lanka ist nur Al-Bagdadis Stimme zu hören, er selbst aber nicht zu sehen. Das könnte dafür sprechen, dass dieser erst nach der eigentlichen Videoaufnahme hinzugefügt wurde.

Immer wieder für tot erklärt

Vom IS-Chef al-Bagdadi gab es bislang nur eine Videoaufnahme aus dem Jahr 2014, in der er alle Muslime zum Gehorsam gegenüber dem IS aufruft. Seitdem gab es immer wieder Nachrichten von seinem Tod.

Russland erklärte 2017, dass er bei einem russischen Luftangriff ums Leben gekommen sei. Dafür gab es keine Belege. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt, die USA setzten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf den Kopf des Terrorchefs aus.

In dem neuen Video sieht er im Vergleich zur Aufnahme aus dem Jahr 2014 deutlich gealtert aus. Er trägt einen langen grau-rötlichen Bart. Verletzungen sind ihm aber äußerlich nicht anzusehen. In Medienberichten hieß es, er sei unter anderem an Diabetes erkrankt.

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist Al-Bagdadi einer der meist gesuchten Terroristen der Welt. Der Anti-IS-Koalition liegen nach eigenen Angaben keine Informationen über den Aufenthaltsort des IS-Chefs vor. (jg mit dpa)

 
 

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