Irankonflikt könnte Wurst teurer machen

Dass die Benzinpreise anziehen, wenn sich der Konflikt im Nahen Osten verschärft, ist für die meisten Menschen nachvollziehbar. Schließlich ist allgemein bekannt, dass der Iran viel Öl hat. Doch nun schreckt der Zentralverband Naturdarm das Land auf: Auch die Wurstpreise könnten infolge des Konflikts steigen.

Nürnberg. Der Irankonflikt könnte die Wurst teurer machen. Schafsdarm, der beispielsweise für Bratwürste, Wiener Würste und Debreziner verwendet wird, kommt unter anderem aus dem Nahen Osten, wie der Obermeister der Fleischer-Innung Nürnberg, Manfred Seitz, am Freitag erklärte. Wegen der politischen Spannungen und der gleichzeitig enorm gestiegenen Nachfrage habe sich der Preis für den Schafsaitling innerhalb eines Jahres von 9 auf mehr als 18 Euro pro 91,5 Meter verteuert.

Die meisten Metzger hätten dies noch nicht an die Kunden weitergegeben, sagte Seitz. "Ich gehe aber davon aus, dass sich die Bratwurstpreise ab März, April um bis zu 50 Cent je Kilogramm erhöhen."

Beim Zentralverband Naturdarm führt man Preiserhöhungen eher auf höhere Rohstoffpreise zurück

Auch beim Zentralverband Naturdarm bestätigt man, dass die Preise für den Schafsaitling zuletzt angezogen hätten. Dort führt man die Verteuerung allerdings eher auf die allgemein steigenden Rohstoffpreise und die hohe Nachfrage zurück. Zudem hätten sich weltweit die Bedingungen für die Schafzucht verschlechtert, so dass die Produktion nicht Schritt halte. Dem Verband zufolge werden die in Deutschland verwendeten Schafsaitlinge vor allem aus Australien, Neuseeland und China importiert.

Glück haben die meisten Freunde der Thüringer Bratwurst. Diese wird nach Auskunft von Thomas Mäuer vom Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen nämlich zu 90 Prozent in Schweinedarm gefüllt. Daher seien die Hersteller von den Preissteigerungen weniger betroffen. Auch er bestätigte aber die Wichtigkeit von Iran und Irak als Produzenten von Schafsdarm. (dapd)