Iran-Krise: Raketen auf US-Stützpunkte gefeuert +++ Flugzeugabsturz mit 176 Toten +++ Trump kündigt weitere Sanktionen an

In Bagdad protestierten Menschen nach den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak.
In Bagdad protestierten Menschen nach den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak.
Foto: dpa

Die Welt blickt geschockt auf den Iran: Hier überschlagen sich am Mittwoch die Ereignisse.

Alle Infos zur Lage im Iran in Kürze:

  • Anfang Januar tötete eine US-Drohne den iranischen General Ghassem Soleimani auf Befehl von US-Präsident Donald Trump
  • Soleimani galt vielen westlichen Staaten als Unterstützer von Terroristen
  • Er war Kommandeur der Quds-Brigaden, die ursprüngliche eine weltweite „islamische Revolution“ anführen sollte
  • Soleimani war unter anderem mitverantwortlich für die brutale Verfolgung und Folterung von iranischen Demonstranten im vergangenen Jahr
  • Für nicht wenige Iraner hingegen war der 62-Jährige ein Held - eine Art Instagram-Star mit hohen Zustimmungswerten aus der Bevölkerung
  • Am Mittwoch machte der Iran den angekündigten Vergeltungsschlag wahr - und feuerte Raketen auf US-Stützpunkte im Irak
  • Am selben Tag stürzte eine ukrainische Maschine über dem Iran ab - Ursache unklar
  • 170 Menschen starben, darunter auch drei Deutsche
  • Derweil erschütterte ein Erdbeben den Süden des Landes
  • Beobachter sprechen von einer möglichen weltweiten Krise, die die Situation im Iran auslösen könnte.
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    Die aktuellen Informationen im Newsblog:

    17.42 Uhr: Trump kündigte weitere Sanktionen gegen den Iran an. Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, so der US-Präsident. Zugleich sagte er, die USA wollten ihre militärische Stärke nicht anwenden. Die Vereinigten Staaten seien bereit zum Frieden mit allen, die dies wollten.

    17.32 Uhr: Die iranischen Raketenangriffe auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak haben US-Präsident Donald Trump zufolge keine Todesopfer gefordert. Alle US-Soldaten seien sicher, sagte Trump am Mittwoch bei einer Ansprache im Weißen Haus.

    „Keine Amerikaner sind bei der Attacke in der vergangenen Nacht zu Schaden gekommen“, sagte Trump. Auch auf irakischer Seite sei niemand ums Leben gekommen. Der Militärstützpunkt habe ebenfalls „nur minimalen Schaden“ davongetragen. Hintergrund sei ein Frühwarnsystem gewesen, das gut funktioniert habe.

    14.57 Uhr: Unklar ist immer noch, ob es Opfer nach den iranischen Raketen-Angriffen auf die US-Stüzupunkte gab. Nach US-Regierungsangaben habe es keine oder nur wenige Opfer gegeben.

    Das iranische Staatsfernsehen hingegen sprach von 80 getöteten US-Soldaten.

    Informationen von CNN zufolge soll es keine Toten gegeben haben. Demnach seien die US-Soldaten vor den Raketenangriffen gewarnt worden, und konnten sich in Schutzbunkern in Sicherheit bringen.

    14.30 Uhr: Die Lufthansa will ihre Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran am Donnerstag wieder aufnehmen. Der Anflug auf die Stadt sei sicher, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Mittwoch in Frankfurt.

    Den Flug am Mittwoch hatte die Fluggesellschaft nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak gestrichen.

    14 Uhr: Inzwischen gibt es neue Informationen zu den Todesopfern des Flugzeugabsturzes im Iran.

    Alle Flugzeuginsassen - 176 Menschen - kamen ums Leben. Unter den Opfern sind auch drei Deutsche. Die meisten Todesopfer stammten aus dem Iran und aus Kanada, wie die ukrainische Regierung am Mittwoch mitteilte.

    Die Ursache des Absturzes in Teheran ist immer noch unklar. Die Fluggesellschaft Ukraine International betonte, das Flugzeug sei nur zwei Tage zuvor technisch überprüft worden.

    13.47 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Angriffe des Iran auf zwei Militärstützpunkte im Irak und die dortigen Truppen der USA sowie der internationalen Anti-IS-Koalition verurteilt. Die Nato rufe den Iran auf, „von weiterer Gewalt abzusehen“, schrieb Stoltenberg am Mittwoch im Onlinedienst Twitter.

    13.40 Uhr: Sicherheitsexperten kritisieren das Vorgehen der USA und von US-Präsident Donald Trump. Der tödliche US-Drohenangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani in Bagdad war nach Überzeugung eines Experten am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP) kontraproduktiv.

    US-Präsident Donald Trump habe die Aktion damit gerechtfertigt, Angriffen aus dem Iran zuvorzukommen, sagte Marc Finaud, Leiter der Abteilung für die Weiterverbreitung von Waffen beim GSCP, am Mittwoch in Genf. Eine erste Folge seien die Raketen aus dem Iran gewesen, die in der Nacht zum Mittwoch auf von US-Truppen im Irak genutzte Militärstützpunkte abgefeuert wurden.

    „Das Ergebnis der US-Aktion ist total kontraproduktiv“, sagte Finaud, ein früherer französischer Diplomat. „Die Risiken sind immens.“ Die US-Strategie, zu versuchen, andere Länder mit maximalem Druck in die Knie zu zwingen, funktioniere nicht.

    11.03 Uhr: Nachdem der Iran Raketen auf zwei US-Militärstützpunkte im Irak abgefeuert hat, meldete sich nun Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu Wort. Im Falle eines Angriffs auf israelische Ziele drohte er mit einem „gewaltigen Gegenschlag“. „Wer versucht, uns anzugreifen, wird den vernichtendsten Schlag verkraften müssen“, so Netanjahu.

    Der israelische Regierungschef lobte das Vorgehen der USA und erklärte, Israel stehe an der Seite der Vereinigten Staaten.

    10.43 Uhr: Die Ukraine will nach dem Absturz einer Passagiermaschine des Landes im Iran nun eigene Ermittlungen einleiten. „Ich habe den Generalstaatsanwalt angewiesen, ein Strafverfahren zu eröffnen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch.

    10.15 Uhr: Nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak hat die EU-Kommission eine Sondersitzung einberufen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mahnte energisch zu Deeskalation und zu einem Ende der Gewalt: „Der Gebrauch von Waffen muss jetzt aufhören, um Raum für Dialog zu schaffen.“

    US-Präsident Donald Trump verwundert derweil mit einer ersten, merkwürdigen Reaktion auf die Lage im Iran. Er twitterte am Morgen: „Alles ist gut.“ Morgen werde er eine Erklärung abgeben. „So weit, so gut! Wir haben die mächtigste und bestausgestattete Armee der Welt.“ Womöglich ein Zeichen dafür, dass auch Washington nach dem Drohnenangriff jetzt in Richtung Deeskalation tendiert.

    9.50 Uhr: Die Lage im Iran hat massive Auswirkungen auf den Flugverkehr. Ein Sprecher der Fluggesellschaft Lufthansa erklärte am Mittwoch: „Wir überfliegen derzeit weder Iran noch Irak.“

    Auf wie viele Lufthansa-Flüge sich dies auswirke, konnte das Unternehmen zunächst noch nicht sagen.

    9.30 Uhr: Bei dem Flugzeugabsturz im Iran sollen nach ukrainischen Angaben auch drei Deutsche ums Leben gekommen sein. Das teilte der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko am Mittwoch bei Twitter mit. Das Auswärtige Amt hatte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zuvor mitgeteilt: „Unsere Botschaft in Teheran bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung.“

    Die ukrainische Maschine war kurz nach dem Start in der Nähe des Flughafens von Teheran abgestürzt. Niemand überlebte das Unglück. Mindestens 170 Menschen sollen tot sein.

    9.04 Uhr: Die extrem angespannte Lage im Iran sorgt für erhebliche diplomatische Konsequenzen. Nach den Raketenangriffen des Irans auf vom US-Militär genutzte Stützpunkte im Irak haben die Philippinen jetzt ihre mehr als 5000 Staatsbürger in dem Land zur Evakuierung aufgefordert.

    Die Anweisung, den Irak zu verlassen, sei verpflichtend, teilte das Außenministerium am Mittwoch in Manila mit.

    Die meisten arbeiten im Irak für die amerikanische Seite auf den Militärbasen oder als Bauarbeiter in kurdischen Gebieten. Einige sind auch in Restaurants tätig. „Wenn Sie nach Hause wollen, und Ihr Arbeitgeber erlaubt es ihnen nicht, rufen Sie uns an, und wir sprechen mit Ihrem Arbeitgeber“, teilte der Geschäftsträger der Botschaft in Bagdad mit.

    8.50 Uhr: Die Lufthansa hat einen für Mittwoch geplanten Flug von Frankfurt in die iranische Hauptstadt Teheran gestrichen. Dies sei „vorsorglich“ wegen der derzeitigen Lage in der Region geschehen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin auf Anfrage in Frankfurt. Noch keine Entscheidung gebe es zu möglichen Änderungen von Flugrouten im Nahen Osten.

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    Der Iran hatte zuvor mit Raketen US-Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Daraufhin untersagte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag.

    8 Uhr: Zum Absturz der ukrainischen Maschine im Iran äußerte sich nun auch Flugzeugbauer Boeing. „Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen“, twitterte Boeing am Mittwoch.

    Video soll abstürzende Maschine zeigen

    Die um kurz nach 5 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 8 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen. Die iranische Luftfahrtbehörde gab nach Angaben des Nachrichtensenders Chabar einen technischen Defekt als mögliche Ursache an.

    Ein Video soll die abstürzende Maschine zeigen.

    Die jordanische Zeitung „Al Hadath“ berichtet, die ukrainische Passagiermaschine sei von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden.

    Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, ist allerdings bislang völlig unklar.

    Flugzeugabsturz im Iran: Krisenstab einberufen

    7.55 Uhr: In Kiew ist nun ein Krisenstab einberufen worden. Das teilte der Sicherheitsrat des Landes am Mittwochmorgen mit. Dem Gremium gehören neben dem Ministerpräsidenten Alexej Gontscharuk verschiedene Minister und auch der Chef des Auslandsgeheimdienstes an.

    Der Stab sei auf Anordnung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammengekommen, hieß es. Nach Angaben der ukrainischen Behörden saßen in der verunglückten Boeing 737 insgesamt 168 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder. Gontscharuk hatte zuvor noch von 167 Flugreisenden gesprochen.

    7.25 Uhr: Nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. „Nach vorläufigen Angaben sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder tot“, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Online-Dienst Facebook mit. Über die genaue Zahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder gibt es unterschiedliche Zahlen.

    7.20 Uhr: Während der Konflikt zwischen dem Iran und den USA nun offenbar allmählich eskaliert, kam es am Mittwochmorgen zu einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Teheran.

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    Iran-Konflikt:

    • Anfang Januar tötete eine US-Drohne den iranischen General Ghassem Soleimani
    • Mindestens weitere sieben Menschen starben bei dem Angriff
    • Soleimani galt den USA als Feind
    • Viele westliche Staaten sahen in ihm einen Unterstützer von Terroristen
    • Der General war unter anderem mitverantwortlich für die brutale Verfolgung von Demonstranten und Revolutionären, die 2018 friedlich für mehr Demokratie auf die Straße gegangen waren
    • Für viele Iraner hingegen war der 62-Jährige ein Held
    • Soleimani war ein Polit-Star mit hohen Zustimmungswerten aus der Bevölkerung - und eine Art Instagram-Star mit vielen Followern
    • Nach der Tötung gab es große Trauerzüge im Iran
    • Jetzt droht eine diplomatische Eskalation zwischen dem Iran und den USA
    • Ali Chamenei, religiöses Oberhaupt im Iran, hatte schon vor Tagen Vergeltung angekündigt

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    Die internationale Hilfsorganisation Roter Halbmond meldet am Mittwochmorgen, dass es in der Nähe der iranischen Hauptstadt einen Flugzeugabsturz einer Boeing 737 mit mehr als 170 Passagieren und Crew an Bord gegeben hat.

    7 Uhr: Wenige Tage nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die USA hat jetzt der Iran reagiert. Dutzende Raketen haben in der Nacht zum Mittwoch zwei Militärstützpunkte im Irak getroffen. Die beiden Stützpunkte wurden von der US-Armee genutzt.

    Die Revolutionsgarden des Iran teilten mit, der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad sei „vollständig zerstört“ worden. Berichte über mögliche Opfer oder Schäden der Angriffe gab es zunächst nicht. Donald Trump twitterte wenig später: „Alles ist gut.“ Die Auswirkungen würden untersucht.

    Erdbeben erschüttert Südiran

    Am Mittwochmorgen hat außerdem ein Erdbeben der Stärke 4,7 die südiranische Provinz Buschehr erschüttert. Betroffen war nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna die Kleinstadt Borasdschan. Informationen über mögliche Opfer oder das Ausmaß der Schäden gebe es noch nicht, so die hiesigen Behörden laut Irna. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte zwei kurz hintereinander folgende Beben der Stärke 4,5 und 4,9 in der Region in zehn Kilometern Tiefe.

    In der Provinz Buschehr befindet sich ein Atomkraftwerk. Nach Angaben von Behörden im Staatsfernsehen wurden von den Rettungsteams zunächst weder Schäden noch Verletzte gemeldet. (ms, pen, dpa)

     
     

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