Iran erhebt Anspruch auf Status einer Weltraummacht

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Teheran. Der Iran hat mit der Eröffnung seines ersten Raumfahrtzentrums Anspruch auf den Status einer Weltraummacht erhoben. «Wir brauchen eine aktive und wirkungsvolle Präsenz im Weltraum».

Das sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einer Fernsehansprache. Zur Eröffnung des in einem Wüstengebiet in der nördlichen Provinz Semnan gelegenen Zentrums wurde eine Forschungsrakete ins All geschossen, wie staatliche Medien berichteten. Künftig sollen von dort aus auch Forschungssatelliten ins All starten. Die US-Regierung bezeichnete den Raketentest als «bedauerlich».

"Wir sind heute Zeuge, wie der Iran seinen ersten Schritt ins All macht», sagte Ahmadinedschad in einer Rede zur Eröffnung des Zentrums. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna umfasst das Zentrum eine unterirdische Kontrollstation und eine Abschussrampe. Das Fernsehen zeigte Bilder eines flachen, von Fahnen umgebenen Areals. Auch eine Rakete, die in einem Wüstengebiet stand und dann abgeschossen wurde, war zu sehen. Über die Reichweite und Kraft des Flugkörpers wurde zunächst nichts bekannt. Eine ähnliche Rakete soll laut Irna auch für den Transport des ersten im Iran gebauten Forschungssatelliten Omid verwendet werden. «Einen Satelliten zu bauen und abzufeuern ist eine wichtige Leistung,» sagte Ahmadinedschad.

Der Forschungssatellit solle im iranischen Monat Chordad, der am 21. Mai beginnt, ins Weltall starten, sagte Verteidigungsminister Mostafa Mohammed Nadschar laut der Nachrichtenagentur Fars. Der Iran plane bis 2015 den Bau von zwei Telekommunikations- und Forschungssatelliten sowie eine Telemetrie-Station zur Entfernungsmessung. Auch ein gemeinsamer Satellit mit anderen islamischen Ländern sei geplant.

Raumfahrtzentrum schürt Ängste

Mit der Einweihung eines eigenen Raumfahrtzentrums schürt der Iran weitere Ängste bei der internationalen Gemeinschaft. Die US-Regierung und andere westliche Staaten verdächtigen Teheran, mit seinem Programm zur Uran-Anreicherung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Den westlichen Staaten zufolge könnte die Technologie zum Transport von Satelliten auch dazu verwendet werden, Atomwaffen abzufeuern. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Zweimal verhängte der UN-Sicherheitsrat bereits Sanktionen gegen den Iran, ein drittes Paket von Strafmaßnahmen wird derzeit ausgearbeitet. Das Weiße Haus bezeichnete den Raketentest als «bedauerlich». Damit werde der Iran sich weiter von der restlichen Welt isolieren, sagte Regierungssprecherin Dana Perino.

Der Iran hatte bereits im Februar vergangenen Jahres verkündet, erfolgreich seine erste Weltraumrakete abgefeuert zu haben. Sie erreichte demnach eine Höhe von 150 Kilometern. Nach Angaben des internationalen Luftfahrtverbandes beginnt der Weltraum zwar ab 100 Kilometer über der Erde, doch reiche eine solch niedrige Höhe noch nicht für die erfolgreichen Platzierung eines Satelliten im All aus. Bislang verfügt der Iran nur über einen Satelliten im Weltraum. Sina-1 wurde 2005 in Russland fertiggestellt und abgeschossen. Nach iranischen Presseberichten ist er für Forschung und Telekommunikation bestimmt. (afp)

 
 

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