Interpol macht Jagd auf gestürzten Machthaber Gaddafi

DerWesten
Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag den libyschen Exmachthaber Muammar al Gaddafi zur Fahndung ausgeschrieben. Foto: dapd
Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag den libyschen Exmachthaber Muammar al Gaddafi zur Fahndung ausgeschrieben. Foto: dapd
Foto: REUTERS
Wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat Interpol den ehemaligen Machthaber Libyens, Muammar al Gaddafi, seinen Sohn Seif al Islam und den früheren Geheimdienstchef zur Fahndung ausgeschrieben.

Paris/Den Haag. Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag den libyschen Exmachthaber Muammar al Gaddafi, dessen Sohn Seif al Islam sowie den früheren Geheimdienstchef Abdullah al Senussi zur Fahndung ausgeschrieben.

Die drei Männer werden vom IStGH wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Die Fahndungsmitteilungen seien an alle 188 Mitgliedsstaaten von Interpol weitergeleitet worden, teilte die in Lyon ansässige Organisation am Freitag mit. Interpol-Generalsekretär Ronald Noble nannte Mitteilungen „ein starkes Werkzeug“, das dabei helfen könne, die beiden Gaddafis und al Senussi gefangen zu nehmen.

Niederlande geben eingefrorene Konten frei

Die neuen Machthaber in Libyen haben nach eigenen Angaben eine Spezialeinheit für die Jagd auf den gestürzten Revolutionsführer aufgestellt. Unterstützt wird sie nach Informationen französischer und amerikanischer Geheimdienstkreise von westlichen Ländern. So würden verdächtige Telefonate über Satellit darauf überprüft, ob sie von Gaddafi stammten und seinen Aufenthaltsort ermitteln lassen. Kleine CIA-Teams unterstützten zudem die Jagd nach Gaddafi.

Unterdessen teilte die niederländische Regierung mit, 1,4 Milliarden Dollar an eingefrorenem Vermögen des Gaddafi-Regimes freizugeben und der neuen libyschen Führung zukommen zu lassen. Das Geld werde an den nationalen Übergangsrat weitergeleitet, teilte das niederländische Außenministeriums mit. Der Übergangsrat werde das Geld in humanitäre Hilfe, Bildung sowie Gehälter der Regierung investieren. Das Sanktionskomitee der Vereinten Nationen stimmte dem Geldtransfer zu. (dapd)