Indiens Oberster Gerichtshof legalisiert Sex für LGBT

Regenbogen-farbener Protest in Chandigarh in Indien im März 2018 (Archivbild). REUTERS/Ajay Verma
Regenbogen-farbener Protest in Chandigarh in Indien im März 2018 (Archivbild). REUTERS/Ajay Verma
Foto: AJAY VERMA / REUTERS
Ein 150 Jahre altes Gesetz aus der Kolonialzeit ist außer Kraft: Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts ist in Indien legal.

Berlin.  Eines der ältesten Gesetze, das Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts in Indien unter Strafe gestellt hatte, ist für illegal erklärt worden. Bis zum heutigen Tag hatte ein mehr als 150 Jahre altes Gesetz aus der Kolonialzeit Bestand, das hohe Strafen für einvernehmlichen Sex zwischen Männern und Männern sowie Frauen und Frauen stellte.

Nun setzte der Oberste Gerichtshof das Gesetz laut übereinstimmenden Medienberichtenindischer und ausländischer Medien außer Kraft. Die Richter hätten befunden, eine Kriminalisierung sexueller Handlungen verstoße gegen die indische Verfassung, sagte Rechtsanwalt Pranav Prakash, der am Gericht anwesend war laut Deutscher Presse-Agentur.

Höchststrafe war zuletzt kaum verhängt worden

Damit ist einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen Menschen gleichen Geschlechts auch in Indien legal. Paragraf 377 sah eine Höchststrafe von bis zu zehn Jahren gegen Menschen vor, die sexuelle Handlungen „gegen das Gesetz der Natur“ vollzogen.

Die Höchststrafe war zwar in den letzten Jahren kaum verhängt worden, dennoch trug das Gesetz unter Homosexuellen zu einem Klima der Angst bei. Kritiker sagen, es sei von Polizisten und anderen genutzt worden, um Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und andere zu belästigen.

Gesellschaftliche Diskriminierung in Indien gravierend

In Indien wurden Angehörige der LGBT-Community bislang unzureichend durch Gesetze geschützt. Die Diskriminierung in der Bevölkerung gegen Schwule und Lesben ist gravierend. LGBT-Aktivisten und die mehr als ein Duzend Schwule und Lesben, die gegen das Gesetz geklagt hatten, feierten die Entscheidung des obersten Gerichts als Meilenstein. Die Ehe dagegen ist nicht legal. (aba/dpa)

 
 

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