Immer weniger Ausländer in NRW lassen sich einbürgern

Die Einbürgerungsurkunde wollen immer weniger Ausländer.
Die Einbürgerungsurkunde wollen immer weniger Ausländer.
Foto: WAZ FotoPool
Nur zwei von 100 Menschen aus anderen Ländern wollen deutsche Staatsbürger sein. Nun will Integrationsminister Guntram Schneider sich für die doppelte Staatsangehörigkeit einsetzen. Es ist völlig indiskutabel, dass sich die Zahl der Einbürgerungen seit 2000 halbiert hat“, sagt er.

Düsseldorf. NRW plant für 2013 eine neue Einbürgerungs-Offensive. „Es ist völlig indiskutabel, dass sich die Zahl der Einbürgerungen seit 2000 halbiert hat“, sagte NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) der WAZ Mediengruppe. Im Vorjahr wurden nur zwei von 100 Ausländern in NRW deutsche Staatsbürger.

Erhielten im Jahr 2000 noch 65.743 Zuwanderer den deutschen Pass, so sank die Zahl 2011 auf nur noch 29.357 Einbürgerungen. Mit der Einbürgerungs-Offensive will NRW die Identifikation der Zuwanderer mit dem Land stärken. In Vereinen, Schulen und Medien soll gezielt per „Mundfunk“ und mit Plakaten für die deutsche Staatsbürgerschaft geworben werden. „Der deutsche Pass ist ein wichtiges Zeichen für gelungene Integration“, sagte Schneider.

Integrationsminister Schneider für doppelte Staatsbürgerschaft

Gleichzeitig unterstützt NRW mit anderen SPD-geführten Ländern im Bundesrat einen Antrag für die doppelte Staatsbürgerschaft. „Wenn die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Zuwanderer möglich wird, steigt die Zahl der Einbürgerungen“, glaubt der Minister. Türkische Zuwanderer dürfen – anders etwa als Griechen – bisher nur eine Staatsbürgerschaft haben. Junge Türken, die in Deutschland geboren sind, müssen sich bis zum 23. Lebensjahr für oder gegen die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden.

Von den 475.000 Einbürgerungen in NRW seit dem Jahr 2000 waren vorher 191.000 türkische Staatsbürger. Anspruch auf Einbürgerung haben Zuwanderer, die mindestens acht Jahre in Deutschland leben, ihren Lebensunterhalt verdienen und die deutsche Sprache sprechen. Allerdings scheuen viele auch die Kosten (rund 2000 Euro) und den bürokratischen Aufwand für eine „Entstaatlichung“.

 
 

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