Immer mehr Flüchtlinge in NRW klagen gegen ihre Ausweisung

Mit der steigenden Zahl von Asylsuchenden häufen sich auch die Gerichtsverfahren in Nordrhein-Westfalen. Zusätzliche Richter werden ernannt.

Mit der steigenden Zahl von Asylsuchenden häufen sich auch die Gerichtsverfahren: Immer mehr Flüchtlinge klagen gegen die angeordnete Ausreise aus Deutschland. So sind am Verwaltungsgericht Düsseldorf allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 3729 Verfahren eingegangen – das sind über die Hälfte mehr als im Vorjahreszeitraum. Und schon 2014 war mit über 4200 Verfahren bis dahin ein Rekordjahr. „Von unseren über 90 Richtern gibt es heute keinen mehr, der sich nicht mit dem Asylrecht beschäftigt“, sagt Gerichtssprecherin Nicola Haderlein.

Düsseldorf. In Düsseldorf stellt man sich auf weiter steigende Verfahrenszahlen ein. Bis zum Jahresende werden sechs neue Richter am Verwaltungsgericht ernannt. Noch sei die tägliche Arbeit zu schaffen, so Richterin Haderlein: „Die Asylverfahren sind aber so viel geworden, dass das unter Umständen zulasten anderer Tätigkeiten gegangen wäre.“

Flüchtlinge in DeutschlandBis Juli sind 2038 reguläre Klagen gegen abgelehnte Asylanträge eingegangen. Hinzu kommen Eilverfahren, bei denen die Richter innerhalb einer Woche entscheiden müssen. Dies gilt immer dann, wenn das Bundesamt für Migration Asylgesuche als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt hat – wenn Menschen etwa aus Herkunftsländern kommen, die als sicher gelten.

 
 

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