Illegale Autorennen - NRW will Haftstrafe für Raser

Dieser Horror-Unfall nach einem illegalen Autorennen erschütterte Hagen. Es gab fünf Schwerverletzte, darunter zwei Kinder.
Dieser Horror-Unfall nach einem illegalen Autorennen erschütterte Hagen. Es gab fünf Schwerverletzte, darunter zwei Kinder.
Foto: Alex Talash
Die Teilnahme an illegalen Autorennen soll nach dem Willen der Landesregierung härter bestraft werden. Das kündigte NRW-Justizminister Kutschaty an.

Düsseldorf.. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) zeigt sich im Gespräch mit der WAZ entschlossen: „Ich werde dem Bundesrat einen eigenen Straftatbestand vorschlagen, um schon die Veranstaltung und Teilnahme an illegalen Autorennen bestrafen zu können, selbst wenn kein Unfall daraus hervorgeht“, kündigt er an. „Ich bin der Meinung, dass wir unsere Sanktionsmöglichkeiten deutlich nachschärfen müssen“, so Kutschaty weiter.

Das rot-grüne Kabinett von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits beschlossen. Künftig könnte demnach schon bei der bloßen Teilnahme an illegalen Autorennen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden.

„Die bisherigen Strafen schrecken die Raser-Szene nicht ab“

Kutschaty sprach sich zudem dafür aus, den Sanktionskatalog zu erweitern: „Ich möchte, dass der komplette Entzug des Führerscheins droht und ein Auto auch mal beschlagnahmt werden kann. Kommt jemand bei einem illegalen Autorennen zu Tode, sollen bis zu zehn Jahre Haft drohen.“

Der NRW-Justizminister sprach von einem „Modesport Raserei“, der nach der derzeitigen Rechtslage nur als Ordnungswidrigkeit mit 400 Euro Geldstrafe, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot bestraft werden könne. Das schrecke die Raser-Szene nicht ab.

Zuletzt waren Ende Mai bei einem illegalen Autorennen in Hagen fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Ein Wagen, der innerstädtisch mit über 100 Kilometern in der Stunde raste, war in den Gegenverkehr geraten. Allein in NRW gingen nach Angaben des Landesamts für Polizeiliche Dienste im vergangenen Jahr rund 230 Anzeigen wegen illegaler Rennen ein. Bereits vor 15 Jahren gab es den Ruf nach Strafverschärfungen. Damals starb der Sohn des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU). Der damals 31-Jährige war als unbeteiligter Fußgänger von einem Auto erfasst worden, das sich in der Innenstadt ein Rennen geliefert hatte.

Der Gesetzesvorstoß aus NRW wird offenbar bereits von der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen unterstützt. Noch vor der Sommerpause soll sich der Bundesrat mit der Initiative befassen.

 
 

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