Hunderte Reichsbürger sollen noch legal Waffen besitzen

Darum sind die Reichsbürger gefährlich

Die so genannte Reichsbürger-Bewegung umfasst mehrere Strömungen: von Verschwörungstheoretikern bis zu gewaltbereiten Rechtsextremen. Ihnen allen gemein ist jedoch die Ablehnung der Bundesrepublik Deutschland als souveränem Staat.

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605 Reichsbürger sind einem Bericht zufolge in Deutschland legal im Besitz von scharfen Waffen. Die Sicherheitsbehörden dulden dies.

Berlin.  Seit etwa zwei Jahren sollen sogenannten Reichsbürgern die Waffen weggenommen werden, doch das verläuft anscheinend nur schleppend.

Noch immer 605 Reichsbürger besäßen legal Pistolen und Gewehre, berichtete der NDR am Dienstagabend nach einer gemeinsamen Recherche mit der „Süddeutschen Zeitung“.

In den meisten Bundesländern seien erst bei etwa der Hälfte der Reichsbürger die waffenrechtlichen Erlaubnisse entzogen worden. Allein in Brandenburg hätten 37 Reichsbürger legal noch mehr als 150 Schusswaffen, in Thüringen seien es 79 Gewehre oder Pistolen bei 18 Besitzern, in Schleswig-Holstein 46 Waffen bei 19 Reichsbürgern.

Kommunen klagen über Personalmangel

Vor knapp zwei Jahren hatten die Innenminister der Länder die Kommunen angewiesen, Reichsbürgern die Waffenerlaubnisse zu entziehen. Anlass war die Bluttat im fränkischen Georgensgmünd am 19. Oktober 2016 gewesen, bei der ein Reichsbürger einen Polizisten erschossen und drei weitere schwer verletzt hatte. Ihm hatten legal erworbene Waffen entzogen werden sollen.

Die Kommunen klagen NDR und „SZ“ zufolge über Personalmangel sowie langwierige Widerrufsprozesse, die die Entwaffnungen verzögerten.

Bundesweit sollen laut NDR und „SZ“ unter Berufung auf den Verfassungsschutz etwa 18.000 Reichsbürger leben. Im Juli hatte die „Bild“ von 16.500 Mitgliedern in der Reichsbürger-Szene geschrieben.

Reichsbürger erkennen die Gesetze der Bundesrepublik nicht an und behaupten, das Deutsche Reich würde weiter bestehen. Teile der Szene werden vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. (dpa/jha)

 
 

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