Höchstens 20 km bis zur Notfallklinik

Düsseldorf..  Die rot-grüne Landesregierung plant in der Zeit von 2010 bis 2015 den Abbau von 10.000 der bisher 124.000 Klinikbetten. CDU-Oppositionschef Laumann erwartet, dass Bettenabbau und Schließungen vorrangig in Städten mit mehreren Kliniken umgesetzt werden. Der Krankenhausbedarfsplan 2015 sieht vor, dass Akutkliniken bei Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Unfällen auch im ländlichen Raum im Umkreis von 20 Kilometer erreichbar bleiben müssen.

CDU-Sozialpolitiker Preuß warf Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) vor, sich vor „schmerzhaften Entscheidungen zu drücken“ und die Umsetzung von Klinik- und Abteilungsschließungen auf die 16 Regionalplanungen abzuschieben. „Es ist nicht erkennbar, für welches Krankenhaus sich Änderungen ergeben werden, welche Abteilungen betroffen sind“, klagte Preuß. Bisher gebe es kein Einvernehmen im Landeskrankenhausausschuss.

Der Krankenhausplan der Ministerin legt fest, dass durch mehr ambulante Behandlungen Betten in der Chirurgie sowie im Bereich der Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten abgebaut werden. Im Gegenzug sollen aber Kapazitäten in der Geriatrie (Altersmedizin) und Neurologie ausgebaut werden. Jeder Patient, der ab dem 75. Lebensjahr in einer Klinik aufgenommen wird, soll bei Bedarf auch geriatrisch versorgt werden. Jede Klinik soll mit mindestens einer geriatrischen Abteilung eines Krankenhauses vernetzt sein.

Die CDU vermisst allerdings Planungssicherheit für die 403 Kliniken. So bleibe unklar, welchen Versorgungsauftrag die einzelne Klinik habe. Ministerin Steffens erwartet, dass der Kapazitätsabbau je nach Bevölkerungsentwicklung regional sehr unterschiedlich ausfallen wird. Gleichzeitig sind strenge Qualitätskriterien vorgesehen: So soll ein Akutkrankenhaus mindestens zehn Intensivbetten bereithalten – viele kleine Kliniken haben heute häufig nur vier Betten. Brustzentren müssen mindestens 150 Operationen im Jahr nachweisen.

CDU-Fraktionschef Laumann sprach sich dafür aus, Planungen stärker auf Patientenströme auszurichten. Bei Spezialbehandlungen und Operationen sei die Qualität des medizinischen Angebots wichtiger als die räumliche Nähe zur Klinik. „In der Fläche brauchen wir aber eine Grundversorgung.“

 
 

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