Heute Schweden, und morgen? – von Rolf Potthoff

Rolf Potthoff

Kein Wort ist übertrieben, wenn Schwedens Regierung sagt, „es hätte eine schreckliche Katastrophe geben können.“ Man entging knapp einem Blutbad.

Gerade dass es womöglich ein Einzeltäter war, macht die Lage unberechenbar und extrem gefährlich: Einzeltäter sind so schwer aufzuspüren wie ein bestimmtes Sandkorn im Sand.

Hätte es auch München, Hamburg oder Dortmund treffen können? Vielleicht. Denn wir wissen seit den Mordanschlägen von Madrid und London; seit den Sprengsätzen in hiesigen Regionalzügen und dem sauerländischen Bombenlabor: Der Terror ist längst in Europa; und er ist hier.

Zu Recht sind wir von den Grundprinzipien Rechtsstaat, offene Gesellschaft und bürgerliche Freiheiten überzeugt. Aber wir müssen allmählich auch akzeptieren: Ohne einen weitgehenden Spielraum für Fahnder und präventive Terrorbekämpfer gerät die vertraute, heile Bürgerwelt in akute Gefahr. Das ist so, auch wenn es die liberale Gesinnung schmerzt.

Und auch das: Nicht leicht zu verstehen ist, dass im Zusammenhang mit Taten wie der von Stockholm nicht ein unüberhörbarer muslimischer Aufschrei dergestalt folgt: Die sogenannten heiligen Krieger repräsentieren nicht und nirgends die Kultur des Islam. Eine solche Reaktion könnte dem Terror den Boden entziehen.