Herbert Grönemeyer: AfD-Mann Björn Höcke attackiert „Bochum“-Sänger

AfD-Mann Björn Höcke wettert gegen Herbert Grönemeyer.
AfD-Mann Björn Höcke wettert gegen Herbert Grönemeyer.
Foto: dpa

Am Anfang steht eine grammatikalische Ungenauigkeit: „Kein Millimeter nach rechts", fordert Sänger Herbert Grönemeyer vor den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, obwohl es ja eigenlich „keinen“ heißen müsste.

Aber es geht um sehr viel mehr als Wortklauberei. Die Botschaft von Herbert Grönemeyer ist wichtig, seinen Song „Fall der Fälle“, aus dem die Zeile „Kein Millimeter nacht rechts“ stammt, hat Grönemeyer zur Kampagne gemacht: Er wirbt sehr öffentlichkeitswirksam für eine Gesellschaft ohne Hass und Hetze.

AfD-Mann Björn Höcke wettert gegen Herbert Grönemeyer

Das reicht, um Björn Höcke, den Chef der Thüringen-AfD und Miterfinder des extrem rechten völkischen Flügels der Partei, sauer zu machen.

Flügelmann Höcke wetterte jetzt via Twitter gegen Herbert Grönemeyer. Er schreibt dort: „Herbert Grönemeyer flüchtete aus dem „bunten“ Bochum und vor dem Finanzamt. Jetzt will er jene belehren, die mit den Konsequenzen seiner politischen Spinnereien leben und mit ihren Steuern alles bezahlen müssen.“

Björn Höcke: Ost gegen West

Dazu unter anderem der Hashtag #Wende2019 in Anlehnung an die Wende 1989, die Björn Höcke immer wieder gern heraufbeschwört, wenn er Ost und West gegeneinander ausspielt und damit die Bürger ganzer Bundesländer rhetorisch zu Unterdrückten degradiert.

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Björn Höcke bleibt mit seinem Tweet so vage, dass man nur ahnen kann, was er eigentlich sagen will. Das ist man gewohnt. Offenbar spielt er in diesem Fall auf das Gerücht an, Herbert Grönemeyer habe Steuerflucht begangen.

Grönemeyer zahlte Steuern in Berlin

Tatsächlich lebt Grönemeyer zeitweise in Großbritannien. Das Land gilt nun nicht gerade als Steuerparadies, dennoch wurde ihm vor einigen Jahren Steuerflucht vorgeworfen. Der Sänger hatte daraufhin offiziell erklärt, dass er seine Einnahmen beim Finanzamt Berlin versteuert.

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Björn Höcke verbreitet an dieser Stelle also schlicht Fake News. Bei Twitter gibt es viel Gegenwind für den AfD-Mann. So spielt ein Kommentator auf die diversen Spendenaffären der AfD an: „Sie sollten "Geld" nicht ins Spiel bringen. Wer finanziert denn ihre "Spinnereien" der faschistischen Art? Da liegt doch alles im Verborgenen.“

AfD: Dubiose Einnahmen

Der Bundestag prüft derzeit dubiose Einnahmen des rechten Flügels und droht dem AfD-Kreisverband von Björn Höcke mit einer saftigen Geldstrafe: Bei Jahrestreffen des Verbands Nordhausen-Eichsfeld-Mühlhausen sind, so der Vorwurf, größere Summen Geldes an den Parteigremien vorbei geschleust worden.

 
 

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