Herausforderung – von Ralph Schulze

Die Flüchtlingstragödien machen das Mittelmeer zum größten Massengrab weit und breit. Das bisher letzte Unglückschiff, das nun vor Lampedusa in den Fluten versank, war in der libyschen Stadt Zuwarah in See gestochen. Einer jener Küstenorte im Westen Libyens, in denen die Truppen des Despoten Gaddafi die Bevölkerung terrorisieren.

Ganz offenbar macht Gaddafi hier seine Drohung wahr, Flüchtlinge als Waffe zu benutzen und den großen Strom der Vertriebenen gezielt Richtung Europa zu lenken. Das lässt noch Schlimmes befürchten.

Diese neue Welle der Migration aus Nordafrika stellt Europa vor neue Probleme. Denn viele jener Menschen, die derzeit in Italien und Malta stranden, können nicht so einfach in die Heimat abgeschoben werden. Sie brauchen Schutz, Obdach und haben eventuell sogar Anrecht auf Asyl. Die EU muss deshalb schnellstens den Streit um eine kontinentale Asyl- und Flüchtlingspolitik beenden und gemeinsam die Herausforderung annehmen. Denn der Notstand, der sich dort abzeichnet, könnte erst der Anfang einer humanitären Katastrophe sein, auf die sich Europa vorbereiten muss.

 
 

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