„Hart aber fair“: Riesenärger, weil ein Zuschauer DIESE heimliche Geste macht

"Hart aber fair": Die letzte Ausgabe der Sendung war umstritten.
"Hart aber fair": Die letzte Ausgabe der Sendung war umstritten.
Foto: ARD/Screenshot

Ein bisschen ist das wie mit dem Butterfly-Effekt: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann eine Kettenreaktion in Gang setzen und einen Tornado irgendwo anders auf der Welt auslösen, so die Theorie.

Im Fall von „Hart aber fair“ war es kein Flügelschlag, sondern eine Handbewegung, die ein kleines Erdbeben bei Twitter ausgelöst hat.

„Hart aber fair“: Aufregung um Handzeichen

Von Anfang an:

Die jüngste Ausgabe von „Hart aber fair“ hatte schon vor der Sendung für viel Aufregung gesorgt. Grund war die Gästeliste: AfD-Mann Uwe Junge saß in der Runde zum Thema „Aus Worten werden Schüsse: Wie gefährlich ist rechter Hass?“ Ausgerechnet Junge, der eher als radikaler Vertreter der AfD-Rechten gilt, hatte in der Vergangenheit mit extremen Aussagen im rechtspopulistischen Ton provoziert.

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Die Aufregung hielt während und nach der Sendung an. Aus zwei Gründen.

Erstens: Sehr viele Zuschauer warfen „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg während und nach der Sendung vor, zu wenige kritische Nachfragen gestellt zu haben. Junge habe zu viel Raum für seine Relativierungen in typischer AfD-Manier bekommen.

Okay-Zeichen - oder rechtsextreme Geste?

Zweitens - und damit kommen wir zum Butterfly-Effekt: Ein Zuschauer im Publikum machte während der Sendung zwei mal das Okay-Zeichen. Ein „O“ mit Daumen und Zeigefinger, die drei anderen Finger abgespreizt. Nun kann dieses Zeichen auch andere Bedeutungen haben.

Bei Twitter kam schnell die These auf, der Zuschauer zeige eine rechtsextreme Geste bewusst in die Kamera. Nach Angaben der Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation League (ADL) in den USA steht das Okay-Zeichen, das sonst meist bei Zustimmung gezeigt wird, in der rechtsextremen Szene für die Buchstaben „w“ und „p“ - also „white power“. Gemeint ist die rassistische Idee, dass Menschen weißer Hautfarbe anderen überlegen seien.

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So hatte unter anderem der rassistische Attentäter von Christchurch nach seinem Terroranschlag auf zwei Moscheen mit mehr als 50 Toten in Neuseeland das Zeichen gemacht. Die Geste war von Kameras eingefangen worden, als er erstmals in Handschellen und weißer Häftlingskleidung vor Gericht geführt wurde.

WDR konfrontiert Zuschauer nach „Hart aber fair“

In Europa ist dieses Zeichen aber eher unbekannt. Bei Twitter teilten immer mehr Menschen die Behauptung, der junge Mann im Publikum sei womöglich rechtsextrem.

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Das ging so weit, dass der WDR den Zuschauer ausfindig machte und damit konfrontierte. Der Sender teilt mit: Der Zuschauer habe glaubhaft erklärt, dass ihm das Zeichen nicht in einem rassistischen Kontext bekannt sei. „Er war entsetzt darüber, in diesen Zusammenhang gebracht zu werden“, hieß es vom WDR.

Eine Frage bleibt

WDR-Angaben zufolge hat der Zuschauer das Zeichen tatsächlich sehr bewusst gemacht, „allerdings in einem völlig anderen Kontext“. Es sei das sogenannte Kreis- oder Brunnenspiel gewesen, das er häufig mit einem Freund spiele. Wenn jemand diese Handbewegung macht und ein anderer hineinschaut, bekommt dieser eine Nackenschelle.

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Nachdem bekannt wurde, dass der Mann im WDR-Publikum nach eigenen Angaben keine rechtsextreme Agenda verfolgte, rückten einige Nutzer im Netz von ihren anfänglichen Vorwürfen wieder ab.

Die Frage, die jetzt noch bleibt: Hat sein Kumpel reingeschaut und eine Nackenschelle kassiert? (mit dpa)

 
 

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