Eklat bei „Hart aber fair“ in der ARD: Zuschauer steht auf und brüllt rum – dann greift der Sender durch

Bei "Hart aber fair" ging es ordentlich zur Sache.
Bei "Hart aber fair" ging es ordentlich zur Sache.
Foto: WDR/Klaus Görgen
  • Bei „Hart aber fair“ ist es am Montagabend zum Eklat gekommen
  • Ein Zuschauer rief laut etwas zum UN-Migrationspakt und wurde aus dem Studio geführt
  • Die Runde wollte eigentlich über die Chancen der drei Kandidaten zum CDU-Vorsitz diskutieren.

Köln. Zuschauer rastet bei „Hart aber fair“ aus: Am Montagabend um 21 Uhr fragte Frank Plasberg seine Gäste eigentlich: „Erst die CDU, dann vielleicht Deutschland: Wer gewinnt das Rennen um Merkels Erbe?“

Vor dem Beginn der Sendung „Hart aber fair“ zeigte die Redaktion im Studio einen Einspieler zum UN-Migrationspakt. Dieses Thema scheint einen Zuschauer im Publikum derart elektrisiert zu haben, dass er aufstand und etwas herumbrüllte.

Eklat bei „Hart aber fair“: Zuschauer steht auf und ruft etwas zum UN-Migrationspakt

Das WDR-Team führte den Mann nach seinem Ausraster kurzerhand aus dem Studio. Sofort zu Anfang der Sendung beschreibt Moderator Frank Plasberg den Vorfall mit dem Zuschauer, der etwas zum UN-Migrationspakt rief und dann abgeführt wurde. Doch dann startete die Diskussion „Hart aber fair“ wie gewohnt. Die Runde diskutierte dann über die Themenwahl der drei Kandidaten um den CDU-Vorsitz. Wer hat die besseren Chancen?

Christian Lindner (FDP): „13-Jahre Regierungschefin, da will man nicht unbedingt etwas Neues anfangen“

„13 Jahre Regierungschefin, da will man nicht unbedingt etwas Neues anfangen“- so beschreibt Christian Lindner (FDP) den Regierungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er scheint eher ein Fan von Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu sein. Mit ihr könne man Wahlen gewinnen und die Erneuerung vorantreiben.

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Das ist die Karriere von Annegret Kramp-Karrenbauer:

  • 1962 in Völklingen geboren
  • 1981 trat sie in die CDU ein
  • 1985 bis 1988: Im Landestand der Jungen Union
  • 2011: Vorsitzende der CDU Saar
  • Seit Februar 2018: Generalsekretätin der CDU

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„Also wer Merz wählt, wählt Neuwahlen?“, fragt Plasberg in „Hart aber fair“ daraufhin im Hinblick auf den Koalitionspartner SPD.

„Ne, so würde ich das nicht sagen“, antwortet Lindner. Es gebe nur mehr Berührungspunkte mit ihr und im Jamaika-Format sei Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ein Vorteil, weil sie weniger Angriffsflächen biete, als ihre Gegenkandidaten Friedrich Merz und Jens Spahn, so der FDP-Politiker.

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„Hart aber fair“ in der ARD: Friedrich Merz hat Debatten-Kultur in CDU befeuert

Doch AfD-Wähler zurückholen? Das sei mit Merz eher möglich und auch die SPD würde von Friedrich Merz profitiieren. Die Debatten-Kultur in der CDU habe er auch deutlich voran gebracht, entgegnet Christian von Stetten (CDU) zur aktuellen Diskussion in seiner Partei.

„Das ist doch kein Automatismus, dass die AfD mit Merz verschwindet oder sich halbiert, so wie Merz es fordert“, sagt Ex-Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit bei „Hart aber fair“ erboßt.

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Prominente Gäste bei „Hart aber fair“ in der ARD

  • Christian Lindner – FDP-Bundesvorsitzender
  • Kristina Dunz – Journalistin
  • Michael Spreng – Journalist
  • Christian von Stetten – CDU, Mittelstandspolitischer Sprecher der Unionsfraktion
  • Klaus Wowereit, SPD, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

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„Merz die AfD halbieren?“ RP-Journalistin glaubt nicht daran

„Die AfD halbieren?“ Rheinische Post-Journalistin Kristina Dunz glaubt, dass Merz mit dieser Aussage einen großen Fehler gemacht hat. Auch, als er das Individualrecht auf Asyl infrage stellte. Der Merz-Vorstoß habe eine politische Bombe hochgehen lassen und der AfD in die Hände gespielt.

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Der Werdegang von Friedrich Merz:

  • 1994: Mitglied des Bundestages
  • 1998 bis 2000 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • 2000: Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • 2004 legt Merz seine leitenden Parteiämter nieder +
  • Am 30. Oktober 2018 gab er überraschend bekannt, beim CDU-Bundesparteitag für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren zu wollen

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„Ihr müsst uns nehmen, weil ihr euch auf die CDU nicht verlassen könnt, das hat die AfD nämlich dazu gesagt“, beschreibt die Journalistin. „Merz hat damit einen großen Fehler gemacht“, so Dunz. So werde er die AfD nicht halbieren.

Christian Lindner: Ablehnung gegenüber Merkel hat sich in Gesellschaft manifestiert

Das sieht Christian Lindner (FDP) anders. Bei „Hart aber fair“ sagt er: „Die AfD halbieren? Bei jedem der drei Kandidaten verliere die AfD 5 Prozentpunkte, so der Politiker. Die Ablehnung gegenüber Merkel habe sich in der Gesellschaft schon sehr stark manifestiert, ein neues Gesicht könne da helfen, erklärt Lindner.

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Der Werdegang von Christian Lindner:

  • Mit 16 Eintritt in die FDP
  • Von 1996 bis 1998 Vorsitzender der Liberalen Schüler NRW
  • 2000 bis 2009 Landtagsabgeordneter
  • 2009 bis 2013 Mitglied des Bundestages
  • Seit 2013: Bundesvorsitzender der FDP

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Alle drei Kandidaten hätten signalisiert, Merkels Migrationspolitik korrigieren zu wollen. „Zurecht!“- ruft Lindner bei „Hart aber fair“. Er glaube daran, dass jeder außer Merkel das Thema Migration pragmatischer und weniger emotional angehen würde.

Politikberater unzufrieden: „Alle drei reden viel zu viel über Migration, Flüchtlinge und Kriminalität“

Politikberater Michael Spreng ist enttäuscht von der Themenwahl der Kandidaten. „Alle drei reden viel zu viel über Migration, Flüchtlinge und Kriminalität, der AfD kann gar nichts Besseres passieren“, so Spreng bei „Hart aber fair“. „Ich hätte mir einen leidenschaftlichen Streit über die hohen Mieten, und wie man dies ändern kann oder über den Pflegenotstand gewünscht“, so der Politikberater.

Auch über die Aussage von Friedrich Merz, dass die CDU den Aufstieg der AfD mit Achselzucken hingenommen hätte, diskutiert die Runde. „Die Analyse ist überspitzt aber nicht falsch“, findet Christian von Stetten (CDU).

Zuletzt ging es bei „Hart aber fair“ beim Thema kriminelle Clans in Essen heiß her. Mehr dazu erfährst du hier >>>

 
 

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