„Hart aber fair“ (ARD): Karl Lauterbach kriegt Standpauke – Ärztin lässt Dampf ab

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist er einer der bekanntesten Politiker Deutschlands. Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Seit sich das Coronavirus immer breiter in Deutschland ausgebreitet hat, war Lauterbach Dauergast in den Talkshows von ARD und ZDF. Wir stellen dir den SPD-Politiker vor.

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach geriet in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ unter Druck, als eine Hausärztin der Politik Vorwürfe machte.

Die Ärztin äußerte in der Talkrunde „Hart aber fair“ ihren Frust über die Organisation der Booster-Impfungen.

„Hart aber fair“ (ARD): Standpauke für Gesundheitsminister Karl Lauterbach – Ärztin lässt Dampf ab

Deutschland fahre „eine Booster-Kampage, wie sie kein anderes europäisches Land im Moment schafft“, verkündete Gesundheitsminister Karl Lauterbach in der ARD-Sendung von Frank Plasberg nicht ohne Stolz.

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Mehr über „Hart aber fair“ (ARD):

  • Die Talksendung läuft seit 2001.
  • Zuerst wurde sie im WDR ausgestrahlt, seit 2007 im ARD-Hauptprogramm.
  • Moderator ist Frank Plasberg.
  • Brigitte Büscher fungiert als "Zuschaueranwältin". Sie präsentiert Kommentare aus dem Netz.
  • Im Januar und Februar 2020 vertrat Susan Link den erkrankten Plasberg.

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Hier konnte Anke Richter-Scheer zwar zustimmen, allerdings schränkte sie die Erfolgsmeldung gleich ein. Sie wies auf den starken Rückgang der Booster-Zahlen Anfang Januar im Vergleich zum Dezember hin. Ihre Befürchtung: Ein Großteil der Boosterwilligen hat sich die neue Spritze nun schon abgeholt.

Hausäztin klagt bei „Hart aber fair“: „Meine Mitarbeiter können nicht mehr“

Dann sprach sie über ein erhebliches Ärgernis für sich und ihr Team: die Verteilung der Impfstoffe. Es sei schlicht ungerecht, dass die Vetragspraxen den Impfstoff vom Bund erhalten, die Impfzentren aber von den Ländern und somit mehr Biontech zur Verfügung haben.

„Meine Mitarbeiter können nicht mehr“, klagte sie in der ARD-Sendung. Man vereinbare Termine, die dann zwei Stunden vorher telefonisch abgesagt werden, weil die Patienten sich schon in einem Impfzentrum mit Biontech impfen haben lassen, statt mit Moderna in ihrer Praxis. „Wir sind alle übermüdet, wir sind alle angespannt. Es ist auch demotivierend“, ärgert sich die Hausärztin. Sie würde sich eine Regelung von oben wünschen, um die Impfstoffe gleichermaßen zu verteilen.

Manchmal sage sie Patienten, die lieber Biontech statt Moderna wollen, klar die Meinung. Diese hätten „ein sehr hohes Anspruchsdenken“ und das sei „kein Wunschkonzert“, mache Anke Richter-Scheer ihnen dann klar. Diese Haltung sei anderen Ländern gegenüber nicht fair, in denen Impfstoffe knapp sind. „Das finde ich despektierlich der gesamten Menschheit gegenüber.“

Karl Lauterbach wirbt für Moderna bei „Hart aber fair“ (ARD)

Karl Lauterbach wies darauf hin, dass er bei Amtsantritt eine Impfstoff-Inventur gemacht habe und feststellen musste, dass zu wenig vorrätig war. Es sei gelungen, noch eine große Menge Moderna einzukaufen, die zum Boostern der ganzen Bevölkerung ausreiche, nicht aber Biontech, da dies aus Produktionsgründen nicht mehr möglich gewesen sei.

Deswegen appelliere er an die Ärzte, dass Biontech nur an unter 30-Jährige verimpft werden soll, weil es für Moderna für Jüngere aktuell keine Empfehlung von der Ständigen Impfkommission gibt. Diese Empfehlung werde aktuell überprüft. Dennoch warb Lauterbach dafür, Moderna voll zu vertrauen. Der Impfstoff wirke genauso gut wie Biontech.

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Mehr Nachrichten über Karl Lauterbach:

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Ärztin bei „Hart aber fair“ zu Karl Lauterbach: „Was soll ich denen jetzt sagen?“

„Ich habe im Moment die 14-, 15-Jährigen, die zum Boostern in die Praxis kommen. Was soll ich denen jetzt sagen?“, entgegnete Ärztin Richter-Scheer. Sie verstehe die Patienten, die dann ins Impfzentrum fahren, doch auch die Politik habe sich doch gewünscht, dass die Impfungen in den Hausarztpraxen ablaufen.

Lauterbach wich aus. Er wolle „keine Parteipolitik“ machen in der Sendung, verwies aber darauf, dass die Zuteilung Ländersache sei und er sich eine etwas andere Verteilung durchaus wünsche.

Hier kannst du die ganze Sendung von „Hart aber fair“ in der ARD-Mediathek sehen.