Hart aber fair (ARD): Als es um Corona-Impfungen geht, teilt Frank Plasberg plötzlich gegen Anne Will aus

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„Operation Impfung: Ist sie gut, ist sie sicher, wer sie wann?“ Viele Fragen zur Corona-Impfung sollen am Montagabend bei „Hart aber fair“ (ARD) beantwortet werden.

Dabei gibt sich „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg trotzig und teilt sogar gegen seine Kollegin Anne Will aus.

„Hart aber fair“ (ARD): Plasberg mit Gender-Seitenhieb gegen Anne Will - und patziger Ansage gleich zu Beginn

In einer spannenden Diskussion über Corona-Impfungen ist vor allem Professorin Dr. Eva Hummers, die in der Ständigen Impfkommission sitzt, darum bemüht, transparent und offen auch über Risiken zu sprechen.

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Die Gäste bei „Hart aber fair" (ARD) am 30. November 2020:

  • Karl-Josef Laumann: NRW-Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales (CDU)
  • Ranga Yogeshwar: Wissenschaftsjournalist
  • Prof. Dr. Eva Hummers: Mitglied der Ständigen Impfkommission, Allgemeinmedizinerin
  • Boris Palmer: Oberbürgermeister von Tübingen
  • Prof. Dr. Monika Sieverding: Gesundheitspsychologin

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„Hart aber fair“ (ARD): Ansage von Frank Plasberg gleich zu Beginn

Sofort zu Beginn der Sendung macht Moderator Frank Plasberg klar, was in seinem ARD-Talk nicht passieren wird: „Eine Erklärung vorneweg: Falls Sie in dieser Sendung eine Diskussion mit berufsmäßigen Impfgegnern oder Corona-Leugnern erwarten – muss ich sie enttäuschen. Umso ernster können Sie aber unsere Gäste nehmen, die offen auch über die Risiken der Impfung sprechen.“

NRW-Minister Laumann spricht seine größte Sorge bei „Hart aber fair“ an

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat „richtig Manschetten“ vor der Aufgabe der Coronavirus-Massenimpfungen. Es sei eine sehr große logistische und staatspolitische Aufgabe. „Ich habe am meisten Sorgen, kranke Menschen, die nicht in Einrichtungen leben, zu impfen. Wir haben in Nordrhein-Westfalen 600.000 Pflegebedürftige, die zu Hause leben, 175.000 in Heimen.“ In den Pflegeheimen stelle er sich das Impfen „noch relativ einfach" vor. Anders sei es bei der „aufsuchenden Impfung“ in den Wohnungen.

„Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg: „Mir wird gerade ein bisschen Angst“

Lange Zeit geht es in der Sendung dann um die Erstellung der Listen, welche Bevölkerungsgruppen nach Alter und Beruf wann geimpft werden sollten. In welcher Reihenfolge das passieren solle und mit welchem logistischen Aufwand das verbunden ist. Nach rund einer Viertelstunde gesteht Frank Plasberg: „Mir wird gerade ein bisschen Angst, wenn ich höre, was alles noch zu tun ist und wir gleichzeitig sehen, dass der Impfstoff im Anrollen ist!“

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Experten bei „Hart aber fair“: Das ist alles noch unklar am Corona-Impfstoff

Noch sei unklar, ob die Corona-Impfstoffe nicht nur verhindern, dass man krank wird und Symptome spürt, oder ob auch eine Weiterverbreitung gestoppt wird, macht Pfof. Dr. Hummers klar. Die konkrete Wirksamkeit sei „die ganz große Frage“ im Moment. So lange man das noch nicht wisse, müsse man weiter Masken tragen, sagt Ranga Yogeshwar.

Auch völlig unklar sei noch, ob der Impfstoff auch ältere Gruppen genauso schütze, macht die Expertin klar. Das wirft auch Ranga Yogeshwar in die Diskussion ein: „Momentan gibt es genau zu dieser Gruppe kaum richtig gute Informationen.“

Selbst im günstigsten Fall müssten sich deutlich über 60 Prozent der Menschen impfen lassen oder bereits krank gewesen sein, „bevor man von einem breiteren Schutz ausgehen kann“, so Hummers.

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Risiko Corona-Impfung? Ärztin spricht offen bei „Hart aber fair“ (ARD)

Ob sie ein mulmiges Gefühl habe wegen der schnellen Entwicklung des Impfstoffes, will Moderator Frank Plasberg von der Professorin Hummers wissen. Die räumt ein: „Ganz unproblematisch ist es nicht, einfach weil wir noch nicht die Nachbeobachtungszeiten haben können, die man gerne hätte.“ Zu möglichen Langzeitfolgen könne man einfach noch nicht sagen. Es sei „unsicherer als es sonst ist“, so die Allgemeinmedizinerin. Impfen lassen will sie sich trotzdem.

„Hart aber fair“ (ARD): Frank Plasberg zeigt beklemmendes Beispiel Schweinegrippen-Impfung

Frank Plasberg zeigt daraufhin ein beklemmendes Beispiel. Vor elf Jahren wurde nämlich ebenfalls sehr schnell ein Impfstoff entwickelt, gegen die sogenannte Schweinegrippe. Schon fünf Monaten nach Ausbruch der Pandemie gab es mit Pandemrix einen Impfstoff. In der EU wurden 30 Millionen Menschen geimpft Doch bei rund 1300 jungen Menschen traten heftige Nebenwirkungen auf – die Schlafkrankheit Narkolepsie. Auslöser war damals wohl der Impfstoff.

Ranga Yogeshwar warnt bei „Hart aber fair“ vor anderen Impf-Problemen

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar warnt ebenfalls vor Impf-Problemen. „Diese Nebenwirkungen sind manchmal nicht ohne. Nicht gefährlich, aber nicht ohne. Wenn eine Person fast eine Grippe hat, Kopfschmerzen hat, Gliederschmerzen hat, dann sagt man ihm: In drei oder vier Wochen noch einmal. Dann gibt es den ein oder anderen, der vielleicht sagt: Will ich nicht.“ Da brauche es dann eine besondere Motivation.

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Außerdem ist er sich sicher, dass Fake-News über Nebenwirkungen in den Sozialen Netzwerken gestreut werden. Dann könnte es ein Problem werden, wenn sich doch nicht mehr 60 Prozent der Bevölkerung impfen lasse, sondern vielleicht nur noch 40 Prozent. Als Beispiel nennt er Japan, wo im Jahr 2013 eine Kampagne gegen die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gestartet wurde. „Da gab es so einen Druck, dass die japanische Regierung die WHO-Empfehlung für Gebärmutterhalskrebs zurückzog. DIe Impfquote ist von 70 Prozent auf etwa einen Prozent gefallen“, berichtet Yogeshwar. Jedes Jahr würden darum nun in Japan zwischen 600 und 800 Frauen an Gebärmutterhalskrebs sterben, die hätten geimpft werden können. Deswegen müsse transparent und offen auch über mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung gesprochen werden, um Vertrauen zu schaffen.

„Hart aber fair“ (ARD): Frank Plasberg mit Seitenhieb gegen Kollegin Anne Will

Eine Randgeschichte sorgt für viel Aufsehen im Netz. Als sich Frank Plasberg an seine Co-Moderatorin Brigitte Büscher wendet, verteilt er einen Seitenhieb gegen Kollegin Anne Will. „Ein Mann geht jetzt zu einer Frau“, kündigt er an und fragt, ob es Reaktionen der „Zuschauerinnen und Zuschauer“ heiße. Büscher antwortet: „Zuschauer_innen, mit Päuschen dazwischen“, woraufhin Plasberg feixt: „Klar... Wir sind hier am Montag, nicht am Sonntag.“ Eine Bemerkung in Richtung Anne Will, die seit Mai bewusst auf eine gendergerechte Sprache in ihrer Talkshow achtet.

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Im Netz löst dieser Seitenhieb Empörung aus. Sein Verhalten sei arrogant und nicht souverän gewesen, kritisieren manche. Andere beschimpfen ihn als „Boomer“, also einen typischen männlichen Vertreter der Baby-Boomer-Generation der ersten Nachkriegsjahrzehnte.

Hier kann man sich die Sendung in der ARD-Mediathek anschauen.