Hart aber fair (ARD): Mitten in der Live-Talkshow – Gast verlässt plötzlich die Sendung

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Abschied schon vor Ende der Show: Bei „Hart aber fair“ hat jetzt ein Gast die Sendung frühzeitig verlassen.

Das kommt auch nicht so häufig in der ARD-Sendung vor: Während Frank Plasberg noch mit seinen Gästen über die US-Wahl redet, verlässt ein prominenter Gast die Runde bei „Hart aber fair“ vorzeitig.

„Hart aber fair“ (ARD): Gast verlässt frühzeitig die Talkshow

Dabei war es ausgerechnet jener Gast, der die Diskussion über Donald Trump und die US-Demokratie immer wieder sachlich und gut einordnet.

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Wie nicht anders zu erwarten, geht es am Vorabend der US-Wahl natürlich um Donald Trump und Joe Biden. Das Thema der „Hart aber fair“-Sendung lautet entsprechend „Trump oder Biden – die freie Welt vor einer Jahrhundertwahl“.

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Mit diesen Gästen diskutiert Frank Plasberg:

  • Norbert Röttgen (CDU): Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses
  • Ingo Zamperoni: Moderator der ARD-Tagesthemen
  • George Weinberg: Republicans Overseas Germany
  • Candice Kerestan: Democrasts Abroad Germany
  • Christiane Lemke: Professorin für Politikwissenschaft
  • Matthew Karnitschnig: Europa-Korrespondent des US-Nachrichtenportals "Politico"

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Kurz vor der US-Wahl geht es in der Sendung darum, wie gefährdet die US-Demokratie nach vier Jahren Donald Trump – und dessen möglicher Wiederwahl - tatsächlich ist.

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Für den Journalisten Matthew Karnitschnig, Sohn eines Österreichers und einer US-Amerikanerin, ist Trump nur „eine schlechte Kopie eines Jörg Haider“. Jedoch habe er seiner Wählerschaft das geliefert, was er versprochen habe. Etwa durch die Einberufung von 200 konservativen Bundesrichtern oder die Senkung der Steuern.

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Professorin Christiane Lemke kritisiert, dass Trump keine integrierende Figur und kein Repräsentant des ganzen Landes sei. Er wolle polarisieren und missachte den Kongress und die Medien. „Das ist für eine Demokratie auf Dauer wirklich ein Stress-Test“, befürchtet Lemke.

„Hart aber fair“ (ARD): Verfassungskrise, wenn Donald Trump verliert?

Dem stimmt Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni zu, dessen amerikanischer Schwiegervater selbst Trump wählen will. Es sei demokratiegefährdend, wenn Trump davon spreche, dass er die Wahl nur durch Betrug verlieren könne und die Briefwahl vorab anzweifelt. Bei seinen Wählern löse Trump weiterhin Enthusiasmus aus, mache aber „kein übergreifendes Angebot an alle Amerikaner“. Das Land stehe vor einer großen Verfassungskrise, falls die Trump-Anhänger eine friedliche Machtübergabe nicht akzeptieren.

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Entspannter sieht das Matthew Karnitschnig. Hillary Clinton zweifle schließlich bis heute ihre Wahlniederlage von 2016 an. Es seien „absurde Theorien“ im Umlauf über Szenarien, die bei einer Wahlniederlage von Trump eintreten könnten. Das sei ein Zeugnis dafür, „wie weit er es in seiner Präsidentschaft getrieben hat und wie schlimm das Chaos ist“: Doch Sorgen macht sich der Journalist nicht. Wenn Trump verliere, würden ihn die anderen Republikaner fallen lassen, ist er sich sicher.

Ein bisschen US-Wahlkampf hat sich Plasberg noch ins Studio geholt: Trump-Fan George Weinberg verbreitet wilde Behauptungen, wonach das Programm der Demokraten sozialistisch-marxistisch sei, während die Demokratin Candice Kerestan keinen Zweifel an einem Biden-Sieg aufkommen lässt.

Ingo Zamperoni bei „Hart aber fair“ (ARD): „Entschuldigung! Herr Plasberg, ich würde mich an dieser Stelle verabschieden“

Dann wird es zum Abschluss der Sendung noch mal kurios. Schon zu Beginn hat Plasberg angekündigt, dass sein Gast Zamperoni irgendwann verschwinden werde. „Sie bleiben eine Zeitlang bei uns, entscheiden dann selbst, wann sie hoch müssen aufs Dach für die Tagesthemen-Berichterstattung. Melden sie sich nur ab!“, mahnt der Moderator.

Und tatsächlich kommt der Moment dann etwa zehn Minuten vor dem Ende. Plasberg bemerkt, dass Zamperoni in der Videoschalte nervös geworden ist („Ich glaube, er wird etwas unruhig“). Dann beantwortet Zamperoni noch eine Frage, um danach seinen Abgang anzukündigen: „Ich würde mich, Herr Plasberg, Entschuldigung! Herr Plasberg, ich würde mich an dieser Stelle verabschieden, um mich für die Kollegen von den Tagesthemen vorzubereiten. Vielen Dank, dass ich mitdiskutieren durfte.“

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Ingo Zamperoni spricht mit Plasberg über „Trump, meine amerikanische Familie und ich“

Zu seiner Verteidigung ist zu sagen, dass Ingo Zamperoni nicht als offizieller Gast im Studio eingeladen war, sondern zu Beginn mit Moderator Frank Plasberg über die vorherige Sendung - eine Reportage über seine US-amerikanische Familie und die US-Wahlen in den USA - sprach. Dann lud Plasberg ihn ein, so lange wie er möchte noch an der jetzigen Sendung teilzunehmen und gerne mitzureden.

Im Anschluss an die Sendung war Zamperoni in einer Tagesthemen-Schalte zur US-Wahl zu sehen. Ob es das schon mal gab, dass ein Plasberg-Gast vorzeitig die Sendung verließ?

„Hart aber fair“ in der ARD-Medathek schauen

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