Grüne halten Rückkehr zum G9-Abitur in NRW offen

Die NRW-Grünen halten eine Rückkehr zum "entschleunigten" G9 weiter offen.
Die NRW-Grünen halten eine Rückkehr zum "entschleunigten" G9 weiter offen.
Foto: Archiv/dpa
Die Rückkehr zum neunjährigen Abitur an den Gymnasien halten sich die NRW-Grünen noch offen. Nach mehrjährigem Streit ums „Turbo-Abi“ soll ein Kleiner Parteitag am 6. Dezember eine Entscheidung über den weiteren Weg treffen.

Düsseldorf. Die Grünen in NRW halten sich die Rückkehr zum neunjährigen Abitur (G9) an den Gymnasien offen. Nach mehrjährigem Streit ums „Turbo-Abi“ soll ein Kleiner Parteitag am 6. Dezember eine Entscheidung über den weiteren Weg treffen. Dabei will der kleinere Koalitionspartner die Ergebnisse gewichten, die der von der grünen Schulministerin Sylvia Löhrmann eingesetzte Runde Tisch bis November erarbeiten will. Fest steht für die Grünen, dass am Ende eine „konkrete Entlastung“ der Schüler stehen muss.

„Wir wollen weniger Lernstress in einer gesunden Schule“, so Landeschef Sven Lehmann. Ob dies über eine Abkehr vom Abitur in acht Jahren (G8) führt, wird in Düsseldorf jedoch bezweifelt. Zwar verlangt Lehmann eine Entschlackung der Lehrpläne und weniger Hausaufgaben.

Grüne seien nie gegen G8 gewesen

Gleichzeitig betont er aber, seine Partei sei nie aus ideologischen Gründen gegen G8 gewesen sei, sondern nur gegen die Einführung „mit der Brechstange“ durch die schwarze-gelbe Regierung Rüttgers.

Lernstudie Derzeit deutet alles auf eine Reform des achtjährigen Abiturs hin, das fast alle Gymnasien in NRW anbieten. Ein erneuter Systemwechsel zum G9 würde die Schulen nach Ansicht von Kritikern überfordern und auf energischen Widerstand von Lehrer- und Elternverbänden stoßen. Richtungsweisend für die grüne Basis dürfte das Votum Löhrmanns sein. Sie gibt sich zwar offiziell ergebnisoffen, gilt aber als Gegnerin einer Neuauflage von G9.

Bildungspolitik ist für die Grünen neben Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit ein „Mega-Thema“, mit dem sie im Doppelwahljahr 2017 punkten wollen. Dass ihre Chancen gut stehen, hat sich die Partei von TNS Infratest mit einer „Potenzialstudie“ bescheinigen lassen. Danach könnten sich auch 18 Prozent der befragten SPD-Anhänger und 8 Prozent der CDU-Wähler vorstellen, beim nächsten Mal grün zu wählen. Deshalb, so Lehmann, strebe seine Partei 2017 in NRW eine Fortsetzung von Rot-Grün an, will aber in der Koalition stärker werden.

 
 

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