Große Umfragemehrheit gegen Militärschläge gegen Iran

Die große Mehrheit der Deutschen lehnt den Einsatz militärischer Mittel im Atomkonflikt mit dem Iran ab.

Berlin (dapd). Die große Mehrheit der Deutschen lehnt den Einsatz militärischer Mittel im Atomkonflikt mit dem Iran ab. Danach gefragt, welche Maßnahmen die internationale Gemeinschaft ergreifen sollte, wenn Teheran Atomwaffen bauen könnte, sprechen sich 80 Prozent der Bundesbürger dafür aus, durch Verhandlungen vorwärts zu kommen, zum Beispiel im Rahmen einer UN-Konferenz für eine Zone ohne Massenvernichtungswaffen in Nahost. Dies ergab eine am Montag in Berlin veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag der Friedensorganisation IPPNW.

Gezielte Militärschläge gegen iranische Atomanlagen lehnt die überwiegende Mehrheit ab: Lediglich sieben Prozent befürworten dies. Acht Prozent der Bundesbürger vertreten die Meinung, dass man sich aus dem Konflikt heraushalten und eine Atommacht Iran hinnehmen solle. Befragt wurden den Angaben zufolge vom 18. bis 21. Januar 1001 Personen.

Der Westen befürchtet, dass der Iran ein geheimes Programm zum Bau von Kernwaffen betreibt. Teheran bestreitet dies und beharrt auf einer Nutzung der Atomtechnologie für zivile Zwecke.

Christoph Krämer, der stellvertretende Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion, sagte, eine UN-Konferenz wäre ein wichtiger Beitrag für Frieden und Sicherheit in der Region. "Gleichzeitig würden auch die israelischen Atomwaffen thematisiert werden. Die Bundesregierung muss sich jetzt vehement und öffentlich dafür einsetzen, dass die Konferenz dieses Jahr stattfindet", sagte er.

dapd

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