Graue Zeiten

Kollege P. war beim Frisör. Er sagte am Telefon, dass der neue Schnitt wie immer „klasse“ aussehe oder auch „stark“, genau ist mir die von ihm gewählte Übertreibung nicht mehr im Sinn. Immerhin, und das will ich ihm mal glauben, hat er sich keine Strähnchen machen lassen. Männer mit Farbtupfern im Haar sind ja derzeit eine aussterbende Spezies, man muss schon ordentlich nach ihnen suchen, was aber auch nicht der Hit ist, wenn man fündig wird. Grundsätzlich wird ohnehin nicht mehr so viel coloriert auf Männerköpfen, seitdem ein ganz und gar natürliches Grau in modischen Ruf geraten ist. Beim Kollegen P. fielen mir die Tage bei einem Treffen seine wunderbar grau melierten Koteletten auf, und dabei ist der Bursche ein gerüttelt Maß an Jahren jünger als ich, der übrigens kaum ein graues Haar vorzuweisen hat – auch wenn der Beweis an dieser Stelle glaubhaft schwierig zu führen ist. Im Drogeriemarkt fiel mir gestern ein Haarshampoo auf, das aus Grau Kraft-Grau macht. Das wäre was für P., dachte ich, wenn er es nicht längst schon hat...

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