Gleiche Rechte für Frauen und Männer bleiben ein Traum

Die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist noch ein weiter Weg. (Foto: Imago)
Die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist noch ein weiter Weg. (Foto: Imago)
Foto: imago stock&people
Für viele Frauen auf der Welt existieren gleiche Rechte nur auf dem Papier. Die Vereinten Nationen verzeichnen unsichere Arbeitsverhältnisse, weniger Schutz durch Gesetze und häusliche Gewalt, die kein Verbrechen ist.

New York. Für viele Frauen auf der Welt existieren gleiche Rechte nur auf dem Papier. Mehr als die Hälfte der arbeitenden Frauen ist gefangen in unsicheren Arbeitsverhältnissen, meist ohne Schutz durch entsprechende Gesetze. Und rund 600 Millionen Frauen leben in Ländern, in denen häusliche Gewalt kein Verbrechen ist. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen zur Lage der Frauen auf der Welt hervor. In nur 28 Ländern sind in den Parlamenten mindestens 30 Prozent der Abgeordneten weiblich.

Der 169-seitige Bericht wurde von der erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen neuen UN-Organisation UN-Frauen erarbeitet und trägt den Titel „Progress of the World“s Women: In Pursuit of Justice“ (Fortschrittsbericht zur Lage der Frauen auf der Welt: Im Streben nach Gerechtigkeit).

In 139 Ländern und Territorien ist die Gleichstellung der Geschlechter zwar in der Verfassung geregelt, Millionen Frauen haben aber weiter nicht die gleichen ökonomischen Möglichkeiten und den gleichen Zugang zu öffentlichen Dienstleistung wie Männer, heißt es in dem Bericht. Allzu oft werde ihnen noch das Recht, über den eigenen Körper selbst zu bestimmen, vorenthalten. Sie hätten kein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen und würden nicht vor Gewalt geschützt.

Hindernisse auf Weg zur Gleichstellung

„Für die meisten Frauen auf der Welt existieren die Rechte nur auf dem Papier, sie führen nicht zu Gleichheit und Gerechtigkeit“, stellt der Bericht fest. „In vielen Zusammenhängen, in reichen und in armen Ländern gleichermaßen, lässt die Infrastruktur der Gerechtigkeit die Frauen im Stich.“ Die UN-Frauenorganisation ruft die Regierungen deshalb auf, Gesetze, die Frauen diskriminieren, abzuschaffen und mehr Geld dafür bereitzustellen, dass sie rechtliche Hilfe bekommen, dass es weibliche Polizisten, Richter und Abgeordnete gibt.

Auf dem Weg zu rechtlicher Gleichstellung gebe es aber noch viele Hindernisse, heißt es in dem Bericht. In Entwicklungsländern würden mehr als ein Drittel der Frauen verheiratet, bevor sie 18 seien, sie hätten kaum Bildungschancen und seien der Gefahr früher Schwangerschaften ausgesetzt.

Die UN-Frauenorganisation fordert die Regierungen auf, von Ländern zu lernen, die praktische Schritte zur Gleichstellung der Frauen unternommen haben. In Lateinamerika gebe es Frauen-Polizeistationen, im Kongo mobile Gerichte, die auch in abgelegene Gebiete kämen, und in Südafrika würden in gemeinsamen Einrichtungen Rechtsprechung und Gesundheitsvorsorge angeboten. Der Bericht weißt auch darauf hin, dass sich in den Ländern, in denen der Anteil der Frauen in den Parlamenten gestiegen sei, oft auch die rechtliche Situation verbessert habe. (ap)

 
 

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