Bericht über Umsturz-Pläne von deutschen Elite-Soldaten: Insider packt über Schattenarmee aus

Ehemalige Elite-Soldaten und Polizisten planen als Schattenarmee den Umsturz in Deutschland. (Symbolbild)
Ehemalige Elite-Soldaten und Polizisten planen als Schattenarmee den Umsturz in Deutschland. (Symbolbild)

Gibt es eine Schattenarmee in Deutschland, die den Umsturz der politischen Ordnung herbeiführen will? Jetzt hat erstmals ein Insider über den umstrittenen Verein „Uniter“ ausgepackt und erhärtet die Vorwürfe über rechtsextreme Kreise. Einige aktive und ehemalige Elite-Soldaten und Polizisten des Netzwerkes bereiteten sich auf den „Tag X“ vor.

Schattenarmee aus Elite-Soldaten und Polizei bereite sich in Deutschland auf den Tag X vor

Gegenüber dem SWR und dem Focus berichtet der Insider - ein ehemaliger Soldat der KSK (Kommando Spezialkräfte) aus Calw, einer Stadt in Baden-Würtemmberg - dass der Rädelsführer André S., besser als „Hannibal“ bekannt, versucht habe, ihn anzuwerben.

Seinen Schilderungen nach und laut Vernehmungsprotokollen von Zeugen, die dem SWR vorliegen, soll es einen genauen Plan geben, wie das Szenario umgesetzt werden solle. In Chats seien Pläne geschmiedet worden, linke Politiker zu töten. Der Hass auf die Linken sei überaus groß. Es gebe einen Ordner mit Namen, Adressen und Fotos der Personen, die „weg“ müssten.

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Deutschland: Rund 80 bis 100 Mitglieder legten Waffen-Depots an

Darüber hinaus bereitet sich der harte Kern der umstrittenen Militäreinheit bestehend aus etwa 80 bis 100 Mitgliedern weiter vor. So sollen Waffen-Depots angelegt worden sein, Diesel- und Lebensmittelvorräte in sogenannten „safe houses“ für den „Tag X“ untergebracht worden sein. Auch seien auf einem Übungsplatz mit Anscheinwaffen trainiert worden. Das sei ebenfalls illegal.

Rädelsführer „Hannibal“ äußerte sich zu den Vorwürfen bislang nicht

„Hannibal“, der Chef der Gruppe, lehnte Interviews bislang ab - mit dem Verweis auf Geheimhaltungsverpflichtung. Marco D'arcangelo, Uniter-Distriktleiter Süddeutschland, bestritt gegenüber dem SWR, dass es sich um eine Schattenarmee handele: „Eine Schattenarmee sind wir definitiv nicht. Wir machen auch keine verborgenen Missionen oder sonst irgendwas.“

Distriktleiter streit das Bestehen einer Schattenarmee ab

Bei den Übungen des Vereins gehe es darum, medizinisch geschulte Einheiten oder für mögliche Terrorszenarien zu trainieren. Inzwischen habe der Verein insgesamt 1800 Mitglieder. Auch die Nähe zum Rechtsextremismus lehnt der Distriktleiter ab.

Politiker fordern Aufklärung

Bundestagsabgeordnete sind entsetzt und fordern Aufklärung. Agnieska Brugger (Grüne) findet es etwa „besorgniserregend, wenn viele Hinweise auftauchen, dass Menschen, die Zugang zu Waffen haben und die militärisch ausgebildet worden seien, offensichtlich nicht viel mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung anfangen könnten. Das muss man wirklich sehr hoch hängen,", sagt sie dem SWR. (js)

 
 

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