GEZ-Drohung: CDU will ARD und ZDF den Geldhahn zudrehen – wegen DIESES Clips

Polizisten erschießen einen schwarzen Mann im Satire-Clip von funk. Die CDU ist verärgert.
Polizisten erschießen einen schwarzen Mann im Satire-Clip von funk. Die CDU ist verärgert.
Foto: Screenshot funk

Ein umstrittener Satireclip des öffentlich-rechtlichen Jugendprogramms „funk“ sorgt nun für heftige Reaktionen aus der Politik.

Nun werden Stimmen in der CDU laut, ARD und ZDF den Gebühren-Geldhahn zuzudrehen. Eine zuletzt diskutierte „GEZ“-Erhöhung soll gestoppt werden, der Rundfunkbeitrag solle nicht erhöht werden.

GEZ-Strafe nach Satireclip? CDU will ARD und ZDF den Geldhahn zudrehen

Auslöser der GEZ-Drohung ist ein Satire-Video von funk. Zu sehen sind zwei weiße Polizisten, die einen schwarzen jungen Mann vermeintlich dabei erwischen, wie er ein Fahrrad klaut. Es handelt sich zwar um sein eigenes Rad, ein Scharfschütze und ein Polizei-Helikopter sind jedoch zwischenzeitlich rasch am mutmaßlichen Tatort eingetroffen.

Letztlich fällt ein Schuss. Der Mann, den die Polizisten für einen Ausländer halten, wird tödlich getroffen und stirbt. Das Entsetzen der Polizeibeamten ist erst dann groß, als sie sehen, dass der Tote weiße Socken in seinen Sandalen trug. Nur dieser Mode-Fail, und nicht etwa sein deutscher Pass, führen zu ihrer Erkenntnis: „Er war doch einer von uns! Neeeiiiin!“

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Mehr zum Thema GEZ/Rundfunkbeitrag

  • Der Rundfunkbeitrag finanziert die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland.
  • Bis 2012 gab es eine Rundfunkgebühr, die umgangssprachliche Bezeichnung „GEZ“ für die Gebühreneinzugszentrale hat sich bis heute gehalten.
  • Der 2013 eingeführte Rundfunkbeitrag muss von allen geleistet werden, die eine Möglichkeit zur Inanspruchnahme der Leistung haben. Es gilt der Grundsatz: Eine Wohnung - ein Beitrag, auch wenn mehrere Menschen dort leben.
  • Empfänger von Sozialleistungen, wie Bafög, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder Blindenhilfe können sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen.
  • Seit dem 1. April 2015 beträgt der Rundfunkbeitrag 17,50 Euro. Zuvor lag er bei 17,98 Euro.

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Der Clip soll satirisch auf Racial Profiling und Polizeigewalt aufmerksam machen. Aurel, der Hauptdarsteller, verteidigt den Sketch im Netz: „Es geht nicht darum, die gesamte Polizei unter Generalverdacht zu stellen, aber so lange uns Bilder wie aktuell aus Frankfurt und Düsseldorf erreichen und Racial-Profiling-Studien abgesagt werden, müssen wir den Finger in die Wunde legen.“

GEZ-Drohung aus der CDU nach Satire-Clip: „Schlag ins Gesicht aller Polizisten“

Das sieht die CDU in Sachsen-Anhalt aber ganz anders. Sven Schulze, Generalsekretär des CDU-Landesverbandes und Mitglied im Europaparlament, ist empört: „Dieses Video, finanziert mit Gebührengeldern von ARD & ZDF, ist ein Schlag ins Gesicht aller Polizisten in Deutschland. Nicht nur deshalb ist es richtig, dass die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags nicht kommen wird. Die CDU in Sachsen-Anhalt wird das verhindern.“ Eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei „dringend nötig“, so Schulze.

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Auch CDU-Innenminister Herbert Reul aus NRW findet den funk-Clip geschmacklos. Gegenüber der Bild-Zeitung sagt er: „Dieses angebliche Satire-Video ist nicht nur unlustig, sondern auch ein Schlag ins Gesicht jedes Polizeibeamten. Wie hier die, die Tag und Nacht für unsere Sicherheit den Kopf hinhalten, pauschal als ausländerfeindliche Dumpfbacken dargestellt werden, ist einfach nur menschenverachtend. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte sich fragen, ob das wirklich sein Niveau ist.“

ZDF über den Clip: „Eindeutig als Satire erkennbar“

Bei der AfD sieht man ebenfalls rot. Tino Chrupalla, Bundessprecher der Partei, twittert: „Es muss Schluss sein mit der Stimmungsmache gegen unsere Polizei.“

Beim ZDF versucht man die Empörung abzumildern. Auf Anfrage von Focus Online teilt der Sender mit: „Der satirische Clip 'Racial Profiling' thematisiert Erfahrungen von Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Der Clip ist in seiner Überspitzung und Darstellung eindeutig als Satire erkennbar.“

Aufregung um Satire-Clip erinnert an das Umweltsau-Video vom WDR

Die ganze Aufregung erinnert an den Eklat um das Umweltsau-Video vom WDR. Damals regten sich konservative und rechte Kreise darüber auf, dass der Westdeutsche Rundfunk einen Kinderchor eine umgedichtete Version des Liedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ singen ließ. (mag)

 
 

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