Gewerkschaft bangt um Zukunft der Realschule

Schüler, Eltern und Lehrer protestierten in der vergangenen Woche gegen die geplante Schließung der Fridtjof-Nansen-Realschule in Castrop-Rauxel.
Schüler, Eltern und Lehrer protestierten in der vergangenen Woche gegen die geplante Schließung der Fridtjof-Nansen-Realschule in Castrop-Rauxel.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Die Gewerkschaft „lehrer nrw“ sieht die Zukunft der 539 Realschulen bedroht. „Es gibt eine Tendenz, dass Realschulen geschlossen werden“, sagte die Landesvorsitzende Brigitte Balbach. Sie warnte, dass die neue Sekundarschule zu einer „Gesamtschule light“ wird.

Düsseldorf. Brigitte Balbach, Landesvorsitzende der Gewerkschaft „lehrer nrw“, kritisierte, dass in den 42 neuen Sekundarschulen weder Inhalte noch Leistungsanforderungen der Realschulen gelten würden.

Zwölf Schulen unterrichteten vollintegriert bis einschließlich Klasse 10. In 28 Schulen wird teilintegriert und nur in zwei nach der Klasse 6 in getrennten Bildungsgängen unterrichtet. „Die individuelle Förderung der Realschule bleibt in integrativen Systemen auf der Strecke“, sagte Balbach. Im Grundsatz unterstützte die Gewerkschafts-Vorsitzende den „Schulfrieden“ in NRW. Deshalb sei es bedauerlich, dass die „rot-grüne Landesregierung unbeirrt weiter in Richtung Einheitsschule marschiert“.

Eine Frage des Schulfriedens

Die Lehrergewerkschaft bemängelte, dass sich gut funktionierende Realschulen nicht weiterentwickeln könnten. Während Klassen an Sekundarschulen maximal 25 Schüler hätten, seien es an Realschulen 28 Schüler. Auch die Unterrichtsverpflichtung der Lehrer an Sekundarschulen sei geringer. „Es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Schulfrieden auf dem Papier und den Umsetzung in der Realität“, mahnte Balbach.

Aus Sicht der Gewerkschaft genießen Schulabgänger der Realschule einen guten Ruf. Der häufige Verzicht auf eine Neigungsdifferenzierung führe aber zur Senkung des Niveaus an integrierten Sekundarschulen. Dass viele Kommunen wegen des Schülermangels Haupt- und Realschulen zugunsten neuer Sekundarschulen schließen, führte Balbach auf finanzielle Vorteile zurück.

 
 

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