Gerhard Schröder: Journalist vergleicht ihn mit Trump – seine Reaktion ist ungeschönt ehrlich

Gerhard Schröder heute – und 2005 bestens gelaunt in der Elefantenrunde.
Gerhard Schröder heute – und 2005 bestens gelaunt in der Elefantenrunde.
Foto: dpa/Jens Büttner, Kay Nietfeld/dpa

Eine neue Folge des Podcasts „Gerhard Schröder – Die Agenda“ ging am Dienstag online. Ganz aktuell spricht der Altbundeskanzler darin mit seinem ehemaligen Regierungssprecher Béla Anda über die US-Wahl 2020.

Zu Beginn der Folge teilt Gerhard Schröder kräftig gegen Donald Trump aus, dann jedoch muss er eine unangenehme Frage beantworten.

Gerhard Schröder: „Donald Trump ist ein schlechter Verlierer“

Für den ehemaligen SPD-Politiker ist klar: Donald Trump verhalte sich nach der US-Wahl 2020 wie ein „schlechter Verlierer". Er sei jedoch sowieso auch ein „schlechter Präsident gewesen“. Er habe das transatlantische Verhältnis schwer beschädigt und die angekündigten Klagen in den US-Bundesstaaten würden zeigen, „dass er keine Scheu hat, gegen die Grundfesten der amerikanischen Demokratie (...) Hand anzulegen". Er sei wie „ein Elefant im Porzellanladen“.

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Erinnerungen werden wach an Gerhard Schröders Auftritt in der Elefantenrunde 2005

Trump ein schlechter Verlierer nach der Wahlniederlage. Das sehen viele so – aber ausgerechnet Gerhard Schröder? Mancher erinnert sich in diesen Tagen an die Bundestagswahl 2005 zurück. Damals war es Gerhard Schröder, der durch einen recht überheblichen Auftritt in der Elefantenrunde am Wahlsonntag mit den Spitzenkandidaten Schlagzeilen machte. Viele fanden sein Verhalten damals ebenfalls empörend.

Schröders SPD mit ihm als Kanzlerkandidaten schnitt bei der Wahl 2005 deutlich besser ab als erwartet, jedoch knapp hinter der Union. Daraufhin prophezeite er in der Sendung, dass Angela Merkel keine Koalition mit seiner Partei unter ihrer Führung hinbekommen werde. Zitat Schröder: „Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel in dieser Sachlage eingeht, in dem sie sagt, sie möchte Kanzlerin werden? Also ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.“ Weiter behauptete Schröder, dass die Deutschen doch in der Kandidatenfrage eindeutig votiert hätten.

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Bundestagswahl 2005:

  • Angela Merkel wurde nach der Wahl 2005 Bundeskanzlerin
  • Eigentlich wäre der Wahltermin erst im Jahr 2006 gewesen, doch Kanzler Gerhard Schröder setzte vorzeitige Neuwahlen mit einer gescheiterten Vertrauensfrage durch.
  • Seine SPD schaffte es mit 34,2 Prozent überraschend auf Augenhöhe mit CDU/CSU (35,2 Prozent)
  • Rot-Grün jedoch war klar abgewählt, zusammen kam die ehemalige Koalition nur noch auf 42,3 Prozent.
  • Letztlich bildete sich die erste Große Koalition seit 1969.

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Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen machte sich den Spaß und legte nun Donald Trump nach der US-Wahl die Zitate Schröders von damals in den Mund.

Gerhard Schröder: „Diese Kultsendung damit zu vergleichen, ist doch wirklich lächerlich"

Tatsächlich macht das Podcast-Moderator Béla Anda diesen Vergleich mit Trump zum Thema in der Podcast-Sendung. „Es gab den ein oder anderen Kommentator – ich fand es sehr ungerecht, aber trotzdem erwähne ich es hier – der gesagt hat: 'Naja, so viel anders hat sich Gerhard Schröder damals in der Elefantenrunde im Jahre 2005 nicht verhalten, weil er ja auch nicht anerkennen wollte, was damals absehbar war.“

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Schröder lacht: „Diese Kultsendung damit zu vergleichen, ist doch wirklich lächerlich.“ Es wäre eine andere Situation gewesen. Ihm wäre „nie eingefallen in irgendeinem Wahlkreis zu klagen, um zu erreichen, dass da was kippt“, so Schröder. Jedoch räumt er selbstkritisch ein, dass es „eher eine suboptimale Stellungnahme“ gewesen sei, „aber immerhin ist daraus eine Kultsendung geworden“:

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