Geisel-Enthauptung setzt Antiterror-Allianz unter Druck

Peter Heusch
Das Foto, das hier nur teilweise wiedergegeben ist, soll aus dem Video über die Hinrichtung des britischen Entwicklungshelfers stammen.
Das Foto, das hier nur teilweise wiedergegeben ist, soll aus dem Video über die Hinrichtung des britischen Entwicklungshelfers stammen.
Foto: dpa
Ein britischer Entwicklungshelfer ist die dritte westliche Geisel binnen weniger Wochen, deren barbarische Enthauptung der IS in einem Internetvideo zelebriert. Großbritannien ist entsetzt. Mit einer militärischen Antwort zögert Premier Cameron jedoch. Die Extremisten haben schon die nächste Enthauptung angekündigt.

Paris/London. Unter dem Schock der dritten Enthauptung einer Geisel der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) innerhalb von drei Wochen findet am Montag in Paris die internationale Irak-Konferenz statt. Die Außenminister von 30 der mindestens 40 Länder, die sich laut den USA an einer Koalition zur Bekämpfung des IS beteiligen wollen, werden über die Details einer Intervention im Irak beraten, die mit den amerikanischen Luftschlägen gegen IS-Stellungen schon längst begonnen hat.

Cameron vertritt harte Linie

Der britische Premierminister David Cameron kündigte am Sonntag bereits eine harte Linie an. „Wir werden jeden notwendigen Schritt unternehmen“, sagte Cameron in London nach der Sitzung seines Sicherheitskabinetts. Er machte jedoch keine konkrete Aussage darüber, ob sich Großbritannien an Luftschlägen der USA gegen den IS beteiligen wird.

Am Abend zuvor war ein Video mit der Enthauptung der britischen IS-Geisel David Haines im Internet aufgetaucht. Das britische Außenministerium hält das Video mit hoher Wahrscheinlichkeit für echt. Cameron bezeichnete den IS als „Monster“.

Bislang sind neben den Briten allein die Franzosen grundsätzlich bereit, sich an dem Krieg gegen die Terrormiliz offensiv zu beteiligen. Die übrigen Mitglieder der Allianz haben wie die Bundesrepublik bereits deutlich gemacht, dass sie sich auf eine logistische und eine finanzielle Unterstützung beschränken werden. Wobei die Meinungen über die richtige Strategie in Washington und Paris offenbar recht weit auseinandergehen.

Franzosen noch skeptisch

Vor allem steht Paris der amerikanischen Absicht, auch IS-Stellungen in Syrien zu zerstören, skeptisch gegenüber. Obwohl der IS auch syrisches Gebiet kontrolliert, wollen die Franzosen derzeit „dieses Fass nicht aufmachen. Den richtigen Zeitpunkt für eine Intervention in Syrien haben wir wegen Barack Obamas Wankelmütigkeit verpasst“, heißt es dazu in französischen Regierungskreisen. Die Uhr lasse sich jetzt „nicht einfach zurückdrehen“.mit