GdP bemängelt Wirrwarr bei Sicherheit an Flughäfen

An Rhein und Ruhr.  Angesichts der aktuellen Terror-Gefahren fordern Bundespolizisten ein radikales Umsteuern bei der Luftsicherheit. Die übliche Praxis, Kontrollen auf Flughäfen vor allem von Mitarbeitern privater Sicherheitsdienste durchführen zu lassen, „gehe auf Kosten der Sicherheit“, sagte Jörg Radek, der Leiter des Bereichs Bundespolizei bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der NRZ. Diese Aufgabenzuweisung an Private müsse beendet werden.

Ein „gewinnbringendesGeschäftsfeld“

Die Gewerkschaft erinnert an Sicherheitsmängel, die bei Überprüfungen an Flughäfen aufgefallen sind. So konnten in Frankfurt/Main Prüfer Waffen durch die Gepäckkontrolle schmuggeln. In Düsseldorf war ein Islamist für eine Sicherheitsfirma am Airport tätig.

Laut GdP arbeiten in Deutschland rund 7200 „Luftsicherheitsassistenten“ an Großflughäfen, lediglich 560 von ihnen seien Beschäftigte der Bundespolizei.

Die Luftsicherheit sei in Deutschland ein „gewinnbringendes Geschäftsfeld“, so Radek. Immer neue Privatunternehmen könnten ins Geschäft einsteigen, die Mitarbeiter-Fluktuation sei groß, ein Teil der Beschäftigten sei schon polizeilich aufgefallen. Die Bundespolizei habe keinen Einfluss auf Auswahl und Kontrolle des Personals.

„Bei der Luftsicherheit verderben viele Köche den Brei“, betonte Radek weiter. Der Gewerkschafter spricht außerdem von einer gefährlichen „Vielzuständigkeit“ von Sicherheitsfirmen, Bundes- und Landesbehörden, Zoll und Polizei. Die GdP schlägt vor, Passagier-, Gepäck-, Fracht- und Personalkontrollen sowie der Flugplatzschutz sollten besser „in einer eigenen Bundesanstalt“ neu organisiert werden.

An den Flughäfen der Region wollte man sich zu den GdP-Forderungen nicht äußern. „Die Sicherheit im Luftverkehr ist hoheitliche Aufgabe der Behörden. Das schließt auch die Überprüfung des Personals mit ein“, sagte beispielsweise Christian Hinkel, Sprecher des Düsseldorfer Flughafens. Zuständig für die Personenkontrollen in Düsseldorf ist die Bundespolizei, die die Aufgabe jedoch dem Essener Sicherheitsunternehmen Kötter übertragen hat.

Entscheidung derBezirksregierung Münster

Auch am Flughafen Dortmund führt ein privater Dienst die Kontrollen durch. Zuvor hatte der Flughafen 20 Jahre lang selbst das Sicherheitspersonal gestellt. Der Airport verlor den Auftrag nach einer Entscheidung der Bezirksregierung Münster.

Die Behörde betonte gestern auf Nachfrage, dass Luftsicherheitsassistenten „gründlichst“ kontrolliert würden.

 
 

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