AfD-Chef Alexander Gauland hält Wahlergebnis von „über 20 Prozent“ für möglich

Gauland: Die wichtigsten Zitate aus unserem Interview

Alexander Gauland im Exklusiv-Interview mit der Funke Mediengruppe.

Alexander Gauland im Exklusiv-Interview mit der Funke Mediengruppe.

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Gauland sieht seine Partei in Deutschland nicht auf die Oppositionsrolle beschränkt. Der AfD-Chef äußert sich zum Kontakt zu Maaßen.

Berlin.  AfD-Chef Alexander Gauland hat deutlich gemacht, dass sich die AfD in Deutschland nicht auf eine Oppositionsrolle beschränken will. „Das Potenzial der AfD liegt deutlich über 20 Prozent“, sagte Gauland dieser Redaktion. „Ich finde schon, dass wir mittelfristig Verantwortung übernehmen sollten. Dafür muss die AfD aber deutlich stärker werden.“

Er sei gegen eine Regierungsbeteiligung als sehr viel kleinerer Partner, weil man dann nichts durchsetzen könne.

Gauland traut Bannon keinen Erfolg in Europa zu

Gauland rechnet zudem nicht mit einem Erfolg des früheren Chefstrategen von Donald Trump, Steve Bannon, zur Europawahl im kommenden Jahr. „Herrn Bannon wird es nicht gelingen, zur Europawahl eine Allianz von Gleichgesinnten zu schmieden.“ Die Interessenlage der systemoppositionellen Parteien in Europa sei doch sehr unterschiedlich. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel habe sich einmal mit Bannon getroffen. „Ich sehe aber keine großen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Wir sind nicht in Amerika.“

Zuvor war bekannt geworden, dass Bannon mit einer neuen Stiftung die EU-Wahl im kommenden Jahr beeinflussen will . Die Organisation mit dem Namen „Die Bewegung“ soll ihren Hauptsitz in Brüssel haben und europäische Rechtspopulisten unterstützen.

Gauland: Darum glaubt die AfD trotz Hitzewelle nicht an den Klimawandel

Alexander Gauland: Der AfD-Chef glaubt immer noch nicht an den menschengemachten Klimawandel – trotz Hitzewelle.
Gauland: Darum glaubt die AfD trotz Hitzewelle nicht an den Klimawandel

In der Debatte um Kontakte zwischen Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen und der AfD-Spitze machte der AfD-Parteivorsitzende ein eigenes Gespräch öffentlich. „Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt“, sagte Gauland unserer Redaktion. „Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten. Das wollte ich klären. Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen Prüfung gesagt, dass da nichts dran ist.“

Gauland lobt Maaßen als „objektiven Spitzenbeamten“

Auf die Nachfrage, ob er sich auch Tipps geholt habe, wie die AfD einer Beobachtung entgehen könne, sagte Gauland: „Um Gottes Willen! Es wäre mir peinlich, mit Herrn Maaßen so etwas zu besprechen.“

Gauland sagte, er schätze Maaßen „als objektiven Spitzenbeamten“. Behauptungen, er habe der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry irgendwelche Ratschläge gegeben, halte er für frei erfunden. Im Bundesvorstand habe Petry „mal so getan, als ob sie sich mit Maaßen getroffen hat“ , berichtete Gauland. „Ich weiß es nicht. Vielleicht war es nur ein Telefongespräch.“

Die frühere AfD-Funktionärin Franziska Schreiber behauptet in einem Buch , Maaßen habe Petry Tipps gegeben , wie die AfD einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen könne. Petry dementierte das Treffen und angebliche Ratschläge. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz wies Meldungen zurück, Maaßen habe der AfD gezielt entsprechende Tipps gegeben. Die Amtsleitung führe aber regelmäßig Gespräche auch mit Abgeordneten.

Gauland bestritt zudem, dass es Rechtsextreme in der AfD gebe. „Wir sind anarchisch, demokratisch und halten am Grundgesetz fest“, sagte er. „Mit Führerprinzip und Nationalsozialismus haben wir nichts zu tun.“ (fmg)

 
 

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