Fusion von Edeka und Kaiser’s bedroht über 1500 Jobs

Mit der Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann plant der Edeka offenbar einen Kahlschlag beim ehemaligen Konkurrenten. Vor allem in NRW.

Mülheim. Wenn Edeka die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann übernimmt, sollen nach Informationen der Gewerkschaft Verdi mehr als ein Drittel der rund 4600 Arbeitsplätze wegfallen und rund die Hälfte der NRW-Supermärkte in Netto-Discounter umgewandelt werden.

„Das ist alles andere als Beschäftigungssicherung“, sagte Verdi-Handelssekretär Heino Georg Kaßler der WAZ. Die Sicherung von 98 Prozent der insgesamt rund 16 000 Beschäftigten von Kaiser’s Tengelmann hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im März aber als zentrale Bedingung für seine in Aussicht gestellte Ministererlaubnis für die Supermarkt-Fusion formuliert. Danach muss Edeka mit Verdi in NRW, München und Berlin, wo Kaiser’s Tengelmann vertreten ist, Tarifverträge aushandeln. Edeka-Chef Markus Mosa hatte gerade erst Optimismus versprüht, dass es bis Ende Mai eine Einigung gebe.

Edeka-Pläne rufen bei den Gewerkschaftern Empörung hervor

Die Eckpunkte, die der größte deutsche Lebensmittelhändler jetzt vorlegte, würden vor allem für NRW tiefe Einschnitte bedeuten. Nach Verdi-Angaben will Edeka das Dienstleistungszentrum in Mülheim komplett schließen und den 424 Mitarbeitern dort keine Weiterbeschäftigung anbieten. Auf der Schließungsliste stehen laut der Gewerkschaft auch das Logistikcenter und die Regionalverwaltung im niederrheinischen Viersen. Die Hälfte der Beschäftigten soll beim Discounter Netto arbeiten können.

61 der 129 Kaiser’s Tengelmann-Supermärkte will Edeka laut Verdi auf das Netto-Konzept umstellen, das einen nur halb so großen Personalbedarf hat. 29 Läden sollen eigenständige GmbHs werden. „Für die Beschäftigten in den restlichen Filialen bietet Edeka keine Arbeitsplätze an“, heißt es bei Verdi.

Edeka-Pläne sorgen für Empörung

Die Pläne rufen bei den Gewerkschaftern Empörung hervor. Verhandlungsführer Kaßler beobachtet bereits Unruhe unter den Netto-Beschäftigten. „Sie befürchten, dass ihre Filiale geschlossen wird, wenn in der Nähe ein Supermarkt auf das Discounter-Konzept umgestellt wird“, sagt der Verdi-Sekretär. Denn die Bedingungen für die Ministererlaubnis schützen nur die Kaiser’s Tengelmann-Märkte, nicht aber die von Netto. Die Kette gehört ebenfalls zum Edeka-Verbund.

Edeka wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Plänen äußern. Am 9. Mai wird weiter verhandelt.

 
 

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