Friedrich warnt vor Konfrontation von Rechten und Salafisten

Die Auseinandersetzung zwischen Rechtsextremen und Salafisten beschäftigt die Bundesregierung. Einem Medienbericht zufolge hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich vor einer Konfrontation beider Gruppen gewarnt. Die rechte Partei Pro NRW plant angeblich dutzende Wahlkampfaktionen.

Hamburg. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat laut einem Medienbericht vor einer möglichen Konfrontation zwischen Salafisten und Rechtsextremen gewarnt. Die rechtspopulistische Partei Pro-NRW plant dem "Spiegel" zufolge im nordrhein-westfälischen Wahlkampf eine Serie von bis zu 25 antiislamischen Kundgebungen vor Moscheen. Die kalkulierten Provokationen heizten das Klima in dem Bundesland Land auf, sagte Friedrich demnach vor Parlamentariern. Der Minister befürchte für den Fall, dass die Rechtsextremen auch Mohammed-Karikaturen zeigen, womöglich gewaltsame Auseinandersetzungen.

Friedrichs Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche habe in den vergangenen Tagen mehrmals mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung telefoniert, um die Lage zu entschärfen, hieß es in dem Bericht weiter. Mit einem sogenannten Karikaturen-Wettbewerb sollten laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gezielt Muslime provoziert werden. Jäger habe seine Polizeibehörden angewiesen, die Demonstranten nicht in die unmittelbare Nähe der Moscheen zu lassen. Die Sicherheitsbehörden seien auch deshalb besorgt, weil salafistische Gruppen ebenfalls Interesse an einer Konfrontation haben könnten.

Auch Botschaften und Firmen im Ausland könnten betroffen sein

Nach Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden könnten von möglichen gewaltsamen Auseinandersetzungen auch deutsche Botschaften und Firmen im Ausland betroffen sein, ähnlich wie vor Jahren in Dänemark, hieß es in dem Bericht weiter. Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Tageszeitung "Jyllands Posten" im Jahr 2005 hatten aufgebrachte Demonstranten in muslimischen Ländern vor dänischen Botschaften protestiert und Fahnen verbrannt. (afp)

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