Merkel-Nachfolge: Wie Friedrich Merz die CDU verändern will

Friedrich Merz: Deshalb will er jetzt CDU-Chef werden

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Friedrich Merz hat seine CDU-Kandidatur angekündigt. In Berlin äußert er sich das erste Mal auf einer Pressekonferenz zu seinen Plänen.

Berlin.  Friedrich Merz will für den CDU-Parteivorsitz kandidieren. Damit würde er nach einer 18 Jahre langen Ära auf Angela Merkel folgen. Ausgerechnet Merkel, werden viele sagen. Hatte sie doch im Jahr 2002 den ehemaligen Fraktionschef der Union und damit ihren größten Rivalen aus dem Weg geräumt und selbst nach der Macht gegriffen.

Am Mittwoch trat Merz in der Bundespressekonferenz erstmals seit der Ankündigung vor Journalisten. „Die CDU braucht jetzt Aufbruch und Erneuerung, die CDU braucht eine nach vorne gerichtete politische Diskussion.

Friedrich Merz will CDU einen

Das bedeutet aus meiner Sicht, die CDU muss sich „Klarheit verschaffen über ihren Markenkern“, sagte Merz. Die Grundwerte seien noch immer „die richtigen“.

Spahn, Kramp-Karrenbauer oder Merz?
Spahn, Kramp-Karrenbauer oder Merz?

Friedrich Merz will als CDU-Chef kandidieren – das Wichtigste in Kürze:

  • Am Montag kündigte Angela Merkel an, nicht mehr als CDU-Chefin zu kandidieren
  • Noch vor ihrer offiziellen Erklärung gab es Berichte über Merz Kandidatur
  • Dem 62-Jährigen werden gute Chancen zugeschrieben
  • Am Mittwoch äußerte er sich auf einer Pressekonferenz

Zuletzt hat die Partei bei der Landtagswahl in Hessen, die CSU in Bayern massive Verluste hinnehmen müssen. Die CDU müsse wieder eine Partei werden, „die sich um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft bemüht.“

Damit bezieht er sich auf die Stimmenzuwächse vor allem bei AfD und Linken auf Kosten der Christdemokraten : „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sich am linken und rechten Rand unserer Demokratie Parteien etablieren, die unsere Gesellschaft spalten.“ Wählerbeschimpfung helfe allerdings nicht. „Es hilft ein klares politisches Profil.“

Gleichzeitig ist eine Erneuerung wichtig. Für ihn sei wichtig, dass die CDU mehr Frauen, mehr jüngere Menschen finde, die in der Partei Posten übernehmen. Die Partei brauche zudem einen klaren Kurs in Zeiten radikaler Umbrüche wie Migration, Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung.

Er selbst sei überzeugter Europäer, ein überzeugter Transatlantiker. Er trete für ein weltoffenes Deutschland ein, dessen Verbündete die Demokratien des Westens sind.

Merkel verdiene großen Respekt

Merz erklärte auch, Merkel verdiene „wirklich großen Respekt nach 18 Jahren an der Spitze der Partei“. Nicht mit allen Entscheidungen sei er einverstanden gewesen. Der Rücktritt sei eine schwierige, aber richtige Entscheidung. „Ich bin bereit, mich auf das Wagnis der Zusammenarbeit mit Angela Merkel, einzulassen.“

Merkels Rückzug: So wird jetzt um die Nachfolge gekämpft
Merkels Rückzug: So wird jetzt um die Nachfolge gekämpft

Dieser Satz deutet an, dass es für Merkel bei einer Wahl Merz zum Parteivorsitzenden gefährlich werden könnte. Merz hatte sich 2002 nach der Niederlage gegen Merkel immer mehr aus der Politik zurückgezogen, bis er endgültig in der Finanzbranche verschwand. Sein Verhältnis zu Merkel, die nach seinem Ausstieg aus der Politik nach der Macht griff, gilt seitdem als unwiderruflich zerrüttet.

Merz’ Arbeitgeber Blackrock sei keine „Heuschrecke“

Merz arbeitet heute bei der Fondsgesellschaft Blackrock im Aufsichtsrat. Dort wäre man über einen Abgang Merz nicht gerade glücklich. „Ich beaufsichtige die Firma, aber ich führe sie nicht.“

„Wenn er nicht Vorsitzender der CDU wird, würden wir es sehr begrüßen, wenn er weiterhin mit Blackrock zusammenarbeitet“, erklärte Firmenchef Larry Fink am Mittwoch.

Gelingt es Merz tatsächlich, als CDU-Parteichef in die Politik zurückzukehren, wäre es das Comeback des Jahres.

Debatte in der Partei um Nachfolge – Merz will „belebenden Streit“

In der Partei ist auch über Merz hinaus bereits eine Debatte um den Nachfolger von Merkel entbrannt. Gemeinsam mit Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn, die ebenfalls ihre Kandidatur angekündigt haben, kämpft Merz nun um die Nachfolge von Angela Merkel.

In Berlin erklärte Merz, alle drei Kandidaten gingen davon aus, dass sie einen für die CDU belebenden Streit miteinander austragen – „fair und anständig“.

Unsere Autorin hält von einem Comeback des 63-Jährigen nichts: Friedrich Merz ist ein Mythos – und das sollte er bleiben, kommentiert sie. (bekö/ses)

 
 

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