Friedrich Merz: Kann er als Kanzler der AfD gefährlich werden?

Friedrich Merz will CDU-Chef werden.
Friedrich Merz will CDU-Chef werden.
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Zack, da ist er wieder: Friedrich Merz.

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Friedrich Merz die Wahl zum CDU-Chef gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verlor - und erst einmal ziemlich von der Bildfläche verschwand, auf der er nach Jahren gerade erst wieder aufgetaucht war.

Jetzt ist die CDU kopflos. Nach dem Wahl-Beben von Thüringen ist Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Parteivorsitzende zurückgetreten.

Friedrich Merz will CDU-Chef werden

Und das Rennen um den CDU-Vorsitz ist eröffnet: Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will Parteivorsitzender werden.

Offen blieb zunächst, ob Merz sich damit auch um die Kanzlerkandidatur bewirbt - allerdings ist die Frage danach fast schon nur eine rhetorische.

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Immerhin: Laut einer Forsa-Umfrage halten 27 Prozent der Befragten ihn für den geeignetesten Kandidaten. 18 Prozent sprachen sich für Armin Laschet aus, elf Prozent trauen Markus Söder die meiste Kanzler-Kompetenz der denkbaren CDU-Kandidaten zu - nur acht Prozent stimmen für Geundheitsminister Jens Spahn. Aber: 36 Prozent finden, dass keiner der Kandidaten als Kanzler taugen würde.

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CDU-Rechtsruck unter Friedrich Merz

Klar dürfte sein: Friedrich Merz könnte der CDU als Parteivorsitzender einen Rechtsruck bescheren - und womöglich der AfD Wähler abspenstig machen. Nämlich solche, die eigentlich gar nicht so sehr auf die extrem Rechten abfahren, die sich von der CDU unter Merkel beziehungsweise AKK nicht mehr vertreten fühlten.

Friedrich Merz ist erzkonservativ und hart wirtschaftsliberal. Bei der AfD hatten sie schon 2018 weiche Knie und Herzrasen gekriegt, als die Möglichkeit bestand, dass Merz CDU-Chef wird.

Damals hatte die AfD gar einen Plan ausgeheckt, wie sie Friedrich Merz in der Öffentlichkeit diskreditieren kann. Bei Wählern soll ein „grundsätzlich unwohles Bauchgefühl zu seiner Person“ entstehen, wie es in dem eigens angefertigten Papier heißt.

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Der Anti-Merkel

Friedrich Merz gilt als Anti-Merkel. Er fand Multikulti schon doof, als AfD nur Freunden der historischen Wappenkunde als Abkürzung für die Zeitschrift „Archiv für Diplomatik“ geläufig war. Im Jahr 2000 hatte Merz den damals umstrittenen Begriff „Leitkultur“ mitgeprägt und erklärt, dass er die Idee des Multikulturalismus ablehnt.

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2018 hatte Merz zur Debatte gestellt, ob das Grundrecht auf Asyl wirklich fortbestehen könne. Und Sozialleistungen für Migranten sieht er teilweise kritisch.

Merz ist auch kein Freund der Energiewende: Den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft nannte er eine „Operation am offenen Herzen, aber ohne Narkose“. Ob er wirklich Kanzler werden kann, ist derzeit angesichts sinkender Zustimmungswerte für die Union fraglich.

Aber im Wahlkampf könnte ein Kanzlerkandidat Merz die AfD verblassen lassen. (pen)

 
 

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