Friedrich Merz äußert sich zu CDU-Desaster – und es hagelt Kritik

Friedrich Merz.
Friedrich Merz.
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Friedrich Merz ist wieder da. Nach seiner Niederlage gegen Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der CDU, war er zunächst abgetaucht.

Jetzt hat die CDU bei der Europawahl eine derbe Klatsche hinnehmen müssen. CDU-Mann Friedrich Merz liefert in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" eine Erklärung dafür aus seiner Sicht - und muss dafür viel Kritik einstecken.

Friedrich Merz: Ergebnis von 40 Prozent erreichbar

So sagt Merz in dem Interview, dass er ein künftiges Wahlergebnis der CDU von 40 Prozent „unverändert für erreichbar“ hält.

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In den sozialen Netzwerken gab es dafür vornehmlich Spott. Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann etwa zerriss Merz' Aussage via Twitter: "Diese Hybris ist zum Fremdschämen peinlich. 40% sind völlig abwegig.“

Zum Thema Klimapolitik sagte Merz in dem Interview: „Man macht es sich zu einfach, wenn man den 'Fridays for Future'-Demonstranten hinterherläuft und sagt: Ihr habt völlig Recht, wir schalten jetzt sofort alle Kohle- und Gaskraftwerke ab und verbieten Bürgerinnen und Bürgern das Autofahren.“

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Die Antwort könne nicht in weiteren Verboten oder einer noch stärkeren Regulierung des Alltags der Menschen bestehen. „Stattdessen müssen wir in der gesamten Bandbreite der Lösungsmöglichkeiten ergebnisoffen, auch technologieoffen, und ohne Panik daran arbeiten, die Ursachen für den Klimawandel sinnvoll und nachhaltig zu reduzieren“, so Merz.

Viele werfen ihm in den Sozialen Medien vor, eine Scheindebatte zu führen. Tatsächlich unterstellt Friedrich Merz den Klimaaktivisten Forderungen, die diese gar nicht gestellt haben.

Merz, so befindet es das Gros der Nutzer bei Twitter, hat die Kritik an der CDU, die die Partei in erheblichem Maße Stimmern gekostet hat, ebenso wenig verstanden wie die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer oder NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

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Letztgenannter sprach nach der Wahl vom Klimaschutz als einem hippen Trend: Man müsse den zu ungeduldigen Jungen einfach erklären, warum Unternehmen sich nicht von heute auf morgen wandeln können; das sei jetzt die Aufgabe der CDU.

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Und Kramp-Karrenbauer hatte infrage gestellt, dass Videos wie das des Youtubers Rezo, der die CDU hart kritisiert hatte, im Wahlkampf legitim seien. Dafür hagelte es Kritik.

 
 

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