Fridays for Hubraum: Eklat bei Gegengruppe zu „Fridays for Future“

Autofans wollten eine Gegenbewegung zu „Fridays for Future“ - das eskalierte. (Symbolbild)
Autofans wollten eine Gegenbewegung zu „Fridays for Future“ - das eskalierte. (Symbolbild)
Foto: dpa

Es fing mit einem Wortspiel an - und endete in Hass und Morddrohungen.

Die Facebook-Gruppe „Fridays for Hubraum" hat sich als Gegenbewegung von Autofans zu „Fridays for Future“ verstanden.

„Fridays for Future“: „Klimahysterie beenden“

Das Credo der Gruppe: „Wir wollen unsere Autos weiter fahren. So wie wir das möchten.“ Die Gruppe wurde zu einem Hype, einem Social-Media-Phänomen: Innerhalb von nur vier Tagen hatte die Facebook-Gruppe 395.000 Mitglieder.

Ihre Forderung; Die „Klimahysterie“ müsse beendet werden, man brauche „vernünftige Ansätze“. Die hat man in der Gruppe nicht gefunden - stattdessen bestanden die Diskussionen schnell zum größten Teil aus schlimmen Hassposts und sogar Morddrohungen.

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„Fridays for Future“-Gegenbewegung: Morddrohungen und rechte Hetze

Die Betreiber haben deshalb jetzt die Reißleine gezogen und die Facebook-Gruppe archiviert. Chris Grau, Mitgründer der Gruppe, schreibt auf Facebook: „Es herrschen ganz klare Regeln (...) und leider werden diese von sehr vielen nicht berücksichtigt. Unter anderem werden Morddrohungen ausgesprochen (...). Von Rechtem Gedankengut mal ganz abgesehen.“

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Das ist Fridays for Future:

  • Greta Thunberg etablierte den ersten Klimatsreik im August 2018, als sie beschloss, nicht zur Schule zu gehen. So wollte sie im Vorfeld der schwedischen Wahlen gegen die Klimapolitik der Regierung protestieren
  • Sie setzte sich vor den schwedischen Reichstag, um dort auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen
  • Mit der Zeit weiteten die von Thunberg inspirierten Streiks sich immer weiter aus
  • Am ersten globalen Klimastreik am 15. März 2019 nahmen 1,8 Millionen Menschen teil

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Man wolle die Gruppe jetzt aufräumen und sie danach erst wieder öffnen. Bei den Hassposts ging es vornehmlich um Greta Thunberg. Grau schreibt: „Kanalisiert eure Wut doch bitte nicht auf ein 16 Jahre altes Mädchen, was soll das? Und Rechte Hetze geht gar nicht!!“

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Der Mitbetreiber äußert sich auch in einem Video: 20 Minuten nimmt er sich Zeit dafür, „mit euch was zu teilen, was uns wichtig ist.“

„Das löschen wir sofort“

Von rechter Hetze wolle er gar nicht erst anfangen, „das löschen wir sofort, damit will keiner von uns was zu tun haben. Ihr solltet euch mal fragen, ob ihr noch ganz dich seid.“

Dann spricht er über Greta Thunberg. Es könne schnell passieren, sagt der Betreiber, dass man seine Wut in so ein kleines Mädchen kanalisiere. „Das ist aber falsch, Leute. Ich hab da teilweise Bilder gesehen, da war es erst ne Waffe, ein Baseballschläger, das geht so nicht.“

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„Fridays for Hubraum“: „Lasst dieses Mädchen bitte in Ruhe“

Man könne sich über ein paar Sachen lustig machen, aber „wenn man Greta mit Hitler vergleicht, das geht nicht. Lasst bitte dieses Mädchen in Ruhe. Fridays for Future ist ja auch nicht ganz falsch. Klar haste da ein paar Idioten dazwischen, aber die haben wir hier ja auch.“

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Das ist Greta Thunberg:

  • Geboren im Januar 2003 in Schweden
  • Die Klimaaktivistin lebt mit dem Asperger-Syndrom
  • Im August 2018 rief sie die Idee von Klimastreiks ins Leben - damals noch ganz allein
  • Aktuell hat Greta Thunberg ihre Schulausbildung unterbrochen, um sich ganz dem Engagement als Klimaschützerin zu widmen. 2020 will sie wieder die Schule besuchen

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Seine Ansprache wird vornehmlich wohlwollend aufgenommen. Ein Nutzer kommentiert: „Super Statement. Zeigt leider was alles schief läuft im Netz, in jede Richtung. Irgendwie denken die Menschen nur noch in Extremen und reden nicht mehr miteinander.“

„Fridays for Future“-Gegenbewegung: Ableger aufgetaucht

Derweil hat sich schon ein Ableger gebildet, mit nahezu identischem Logo: „Fridays for Hubraum Deutschland“, heißt die Gruppe, die am Donnerstagmorgen knapp 2000 Mitglieder hat.

Am Freitag wird „Fridays for Future“ auch in Deutschland wieder gegen die Klimapolitik der Bundesregierung protestieren. „Was gerade in Deutschland passiert ist keine Klimapolitik, es ist eine Farce. Aber wir lassen nicht locker. Morgen wird wieder gestreikt, hier und weltweit“, kündigte die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer an.

 
 

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