Fridays for Future: Klimaaktivist Tom Radtke sorgt mit Aussage für Entsetzen: „Klima-Holocaust“

„Fridays for Future“ distanzierte sich von der Aussage des Linken-Kandidaten.
„Fridays for Future“ distanzierte sich von der Aussage des Linken-Kandidaten.
Foto: dpa

Mit den den Tweets, die Tom Radtke absetzt, ist vieles wirklich sehr schiefgelaufen.

Der junge Mann ist Listen-Kandidat der Linken in Hamburg und setzt sich nach eigener Aussage für eine konsequente Klimapolitik ein und wirbt für „Fridays for Future“-Demos.

Fridays for Future: Linken-Kandidat zieht Holocaust-Vergleich

In seiner Twitter-Premiere, Radtke ist seit Januar 2020 dabei, greift der Nachwuchs-Politiker erheblich daneben - und sorgt nicht nur in seiner eigenen Partei für Entsetzen.

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So schreibt er: „Heute vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit. Der Holocaust war eines der größten Verbrechen im 2. Weltkrieg.“ Um das nochmal zu wiederholen: Der Holocaust war „eines der größten Verbrechen“ im Zweiten Weltkrieg? Nun: Der Holocaust gilt eher als DAS größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts.

Es wird nicht besser mit der Twitterei von Tom Radtke. Weiter schreibt er: „Die Nazis gehören auch zu den größten Klimasünder*innen, da ihr Vernichtungskrieg und ihre Panzer riesige Mengen an CO2 produziert haben.“

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Und dann: „Viele Politiker sagen, dass sich das nicht wiederholen darf. Aber was tun sie gegen den Klima-Holocaust, der in diesem Moment Millionen Menschen und Tiere tötet?“ Diese Relativierung erinnert unangenehm stark an Extinction-Rebellion-Gründer Roger Hallam, der neulich über den Holocaust sagte, er sei „nur ein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte“ gewesen.

Fridays for Future distanziert sich

Der ziemlich extreme Klimaaktivist Hallam wurde dafür völlig zurecht massiv kritisiert. Tom Radtke ergeht es nun ähnlich. „Fridays for Future“ Hamburg distanzierte sich von den Aussagen den Linken-Kandidaten. „Diese Person ist kein aktives Mitglied von FFF Hamburg – und wird es auch nie wieder sein. Er vertritt weder unsere Werte noch unsere Positionen, sein Verhalten ist schockierend und nicht zu entschuldigen“, schrieben die Aktivisten auf Twitter.

Radtke hatte in seinen Tweets auch ein Bild von bekannten Köpfen der „Fridays for Future“-Bewegung gepostet. Gewählt hatte er ausgerechnet jenes umstrittene Bild, aus dem die schwarze Aktivistin Vanessa Nakete herausgeschnitten worden war - der Nachrichtenagentur AP hatten Kritiker später Rassismus vorgeworfen.

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Die deutsche Luisa Neubauer hingegen ist auf dem Bild zu erkennen. In diesem Fall zu ihrem Unmut. Bei Twitter schreibt sie: „Ich kenne Tom Radtke nicht, stimme seinen Aussagen in keiner weise zu und frage mich warum ein solcher Nonsense mit einem Foto von u.a. mir verbreitet wird.“

Referat über Holocaust

Und auch die Linke reagierte: „Klarstellung aus aktuellem Anlass: Holocaust und Klimawandel gleichzusetzen ist absolut inakzeptabel. Wer das tut, vertritt nicht die Position der LINKEN. Wir sprechen jetzt mit Tom und beraten über Konsequenzen.“

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Nun ist Tom Radtke sehr jung und noch Schüler. Ein Twitter-Nutzer schlägt vor: „Er möge ein Referat über den Holocaust ausarbeiten. Und wenn möglich mit Überlebenden sprechen.“ Ein anderer findet: „Richtig so. Holt ihn erstmal aus dem Shitstorm raus, und beratet dann in Ruhe. Er hat in *einem* Tweet/Blogpost/FB-Beitrag so dermaßen viel falsch gemacht, dass er wirklich sehr viel daraus lernen kann. Und darauf hat er als Schüler ein Recht.“

Grünen-Mitgründerin Jutta Ditfurth befindet allerdings: „Dann sollte er nicht kandidieren. Kein Welpenschutz für politische Wahlkandidat*innen.“ Ob die Linke ihren Kandidaten wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl 2020 womöglich wirklich von der Liste nehmen will, ist unklar. Eine Antwort der Linkspartei auf eine entsprechende Anfrage steht noch aus. (pen)

 
 

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