„Schulschwänzer“: Nachwuchspolitiker zieht merkwürdigen AfD-Vergleich

„Fridays for future“ hat sich zu einer Jugendbewegung entwickelt: Seit Monaten demonstrieren Schüler für den Klimaschutz - und schwänzen dafür die Schule.
„Fridays for future“ hat sich zu einer Jugendbewegung entwickelt: Seit Monaten demonstrieren Schüler für den Klimaschutz - und schwänzen dafür die Schule.
Foto: dpa

Finn Wandhoff sieht ziemlich genau so aus, wie man sich einen Vorsitzenden der Schülerunion vorstellt. Auf Bildern sieht man den 18-Jährigen meist mit Seitenscheitel und in Hemden, die unter Pullovern stecken.

Seit 2017 ist er der Vorsitzende der CDU-nahen Schülerunion. Anders als etwa Juso-Chef Kevin Kühnert, hält er sich in allem, was er sagt, sehr an die Linie der Partei, der er nahesteht: Finn Wandhoff gibt sich konservativ bis neoliberal.

„Fridays for Future“: Schüler demonstrieren für Klimaschutz

So auch in einem Interview mit der „Welt“. Bemerkenswert ist das Interview vor allem wegen einer merkwürdig anmutenden Aussage von Finn Wandhoff.

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Im Interview geht es unter anderem um die Freitagsdemos, die sich seit einigen Monaten zu einer Jugendbewegung ausgeweitet haben: Unter dem Motto „Fridays for Future“ demonstrieren vornehmlich Schüler und Studenten regelmäßig für den Klimaschutz – und schwänzen deshalb die Schule. Die schwedische Schülerin Greta Thunberg ist zur Symbolfigur der Bewegung geworden.

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Finn Wandhoff halte von solchen Freitagsspaziergängen nichts, sagt er gegenüber der „Welt“. „Man muss sich dort einsetzen, wo am Ende die Entscheidungen fallen, und das sind nun einmal die Parteien und Organisationen wie die Schüler-Union. Das geht dann auch außerhalb der Schulzeit.“

Chef der Schülerunion: „Habe ein Problem mit dem Schuleschwänzen“

Er habe ein Problem mit dem Schuleschwänzen, so der Teenager. Seine Begründung mutet merkwürdig an – denn als Stütze für seine Argumentation zieht er plötzlich die AfD aus dem Hut: „Aber stellen Sie sich vor, irgendwann ruft eine rechtsradikale Organisation, zum Beispiel der rechte Flügel der AfD, zu einer Demonstration auf, die dann aufgrund irgendeines Ereignisses eine große Anhängerschaft unter Schülern findet. Die können dann mit Verweis auf den jetzigen Präzedenzfall rechtfertigen, dass sie dafür die Schule schwänzen. Deshalb ist es wichtig, immer wieder zu betonen, dass das nicht richtig ist.“

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Sprich: Eine Demo ist deshalb zu kritisieren, weil sie auch Rechte auf die Idee bringen könnte, zu demonstrieren?

„Altbacken und karrieregeil“

In den sozialen Medien gibt es sehr konträre Meinungen zum Interview. „Hm... wer eine Demo der AfD o.ä. mit Fridays for Future vergleicht, hat da grundsätzlich etwas nicht verstanden...“, schreibt etwa eine Nutzerin. Als „altbacken und karrieregeil“ bezeichnet ihn ein anderer.

Andere Nutzer loben seine Aussagen - etwa seinen Vorschlag, Schüleraustausche mit Israel zu organisieren, um den um sich greifenden Antisemitismus einzudämmen. (pen)

 
 

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