„Fridays for Future“: Abifahrt sorgt für Riesenärger – aus diesem Grund

Eine Abiklasse wollte eine Kreuzfahrt machen. Jetzt wurden sie im Zuge der „Fridays for Future“-Debatte kritisiert.
Eine Abiklasse wollte eine Kreuzfahrt machen. Jetzt wurden sie im Zuge der „Fridays for Future“-Debatte kritisiert.
Foto: dpa

Während der „Fridays for Future“-Bewegung ist eine geplante Studienfahrt einer Abi-Klasse aus Frankfurt zum Politikum geworden. Denn die 33 Oberstufenschüler der Carl-Schurz-Schule planen eine fünftägige Kreuzfahrt: Von Kiel solle über Oslo nach Kopenhagen gehen.

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„Fridays for Future“: Kreuzfahrt sorgt für hitzige Debatten

Nun haben Kreuzfahrten eher nicht den Ruf, besonders klimafreundlich zu sein. Im Gegenteil. Angesichts der seit vielen Monaten sehr hitzigen Klimaschutz-Debatte war es nur eine Frage der Zeit, bis solch eine Klassenfahrt für Aufregung sorgt.

Zumal Schüler des Kurses auch immer wieder an „Fridays For Future“-Aktionen teilnehmen, wie der Hessische Rundfunk berichtet.

„Da fehlen einem die Worte“

In den sozialen Netzwerken gab es viele Kommentare zu den Kreuzfahrt-Plänen - auch unter dem Aspekt der Klimaschädlichkeit solcher Reisen. Ein Nutzer etwa schreibt: „Da fehlen einem die Worte. Wasser predigen...“

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Fridays for Future

  • Die Schwedin Greta Thunberg schwänzte erstmals im August 2018 die Schule, um auf Klimaprobleme aufmerksam zu machen
  • 2019 wurde „Fridays for Future“ auch in Deutschland zu einer Massenbewegung

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Ein anderer kommentierte: „Die Botschaft heißt: Wenn etwas günstig genug ist, darf einem das Klima auch mal vollkommen egal sein!“

Schüler werden „instrumentalisiert“

Der Leiter der Schule, Hans-Ulrich Wyneken, reagierte auf die Kritik mit Unverständnis. Er sprach am Dienstag von einer „symbolischen Attacke“ und „emotionalen Reaktion“ auf ein aufgeladenes Thema. Studienleiter Michael Winn sagte, Schüler und Lehrer fühlten sich „instrumentalisiert“.

Winn, der die Fahrt zusammen mit drei weiteren Lehrern begleitet und selbst beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aktiv ist, sagte: „Natürlich ist eine Kreuzfahrt problematisch.“ Aber die Diskussion werde mit Daten geführt, die „völlig falsch“ seien.

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Klaus Vajen, Professor für Energietechnik an der Universität Kassel, hatte den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid bei der Kreuzfahrt mit 1250 Kilogramm pro Kopf berechnet. Als Datengrundlage nannte er Publikationen der Klimaschutzorganisation Atmosfair.

Schiff fährt nicht mit Schweröl

Studienleiter Winn widersprach: Er komme bei eigenen Berechnungen mit etwa 600 Kilogramm auf nicht einmal die Hälfte. So fahre das Schiff nicht mit Schweröl, sondern mit „schwefelarmem Dieselkraftstoff“, und verfüge über einen Landstromanschluss.

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Vajen sagte zudem, dass Reisen mit Bus und Bahn hinsichtlich der CO2-Emissionen etwa gleich einzuschätzen seien. Flüge fielen im Vergleich dazu mit Faktor vier, Kreuzfahrten mit Faktor neun ins Gewicht.

Über Umweltfragen haben die Schüler der beiden Leistungskurse Mathematik und Physik nach Winns Worten intensiv diskutiert. Sie hätten die Kreuzfahrt selbst vorgeschlagen. Denn neu ist die Idee nicht: Bereits vor zwei Jahren war ein Mathematik-Leistungskurs auf der gleichen Kreuzfahrt, wie Schulleiter Wyneken sagte. „Damals hat das nur niemanden interessiert.“

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Kreuzfahrt kostet 390 Euro pro Person

Schüler und Eltern hätten sich mit jeweils nur einer Gegenstimme je Kurs für die Kreuzfahrt ausgesprochen. Kosten soll der Aufenthalt 390 Euro pro Person, sagte Wyneken. Damit liege die Kreuzfahrt im Maximalbudget von 450 Euro pro Person für eine Abschlussfahrt.

Außerdem entspreche sie dem „Charakter einer Studienfahrt“. So stehen laut Winn Museumsbesuche wie im Experimentarium in Kopenhagen auf dem Programm. Die Schüler würden zudem mit dem bordeigenen „Umweltoffizier“ über Klimafragen diskutieren. (pen, dpa)

 
 

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